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Zeitschriftenkrise

Zeitschriftenkrise

Als Zeitschriftenkrise bezeichnet man im Bibliothekswesen die Schere zwischen Zeitschriftenpreisen und Erwerbungsetats, ein Problem, das seit Mitte der 1990er Jahre in verstärktem Maße auftritt. Ursache dafür ist neben dem seit über 100 Jahren anhaltenden exponentiellen Wachstums im Sektor wissenschaftlicher Fachzeitschriften die Preispolitik der Verlage. Die Preissteigerung führt zu einer Zunahme von Abbestellungen, was wiederum dazu führt, dass die Preise angehoben werden. So ergibt sich eine Preisspirale. Da Verhandlungen mit den großen Zeitschriftenverlagen, deren monopolistische Angebotsstruktur erheblich kritisiert wird, oft erfolglos blieben, wird von Seiten der Wissenschaftspolitik (etwa in der Berliner Erklärung von Oktober 2003 und einer Empfehlung des britischen Parlaments von Juli 2004) mehr und mehr auf das Prinzip des Open Access gesetzt. Dabei sollen einerseits in gedruckten Zeitschriften publizierte Artikel in institutionellen Eprint-Archiven, die von Hochschulen oder anderen Einrichtungen getragen werden, nochmals allgemein zugänglich veröffentlicht werden (so das 1991 von Paul Ginsparg initiierte ArXiv). Andererseits sollen möglichst viele freie Elektronische Zeitschriften gegründet werden. Eines der möglichen Geschäftsmodelle für solche Open-Access-Zeitschriften sieht vor, dass die Autoren bzw. ihre Institutionen für die Kosten des Peer Review aufkommen. Insgesamt sind jedoch die Kosten einer Online-Publikation geringer als bei einer gedruckten Zeitschrift. Es existieren bereits über 1000 Open-Access-Journals, einige davon mit sehr hohem Impact Factor. Da nach einer Studie von Lawrence in Nature online verfügbare Artikel häufiger zitiert werden als gedruckte Werke, hoffen die Befürworter von Open Access, dass dies die Autoren davon überzeugt, ihre Artikel in Open-Access-Zeitschriften zu veröffentlichen. Nach wie vor wird jedoch Artikeln in angesehenen gedruckten Zeitschriften für die Beurteilung wissenschaftlicher Leistung mehr Gewicht beigemessen. Die Open Archives Initiative (OAI) entwickelt Standards, Schnittstellen und Software für die Archivierung und das Retrieval von Online-Publikationen. Für die Analyse von Zitationen werden derzeit verschiedene Systeme in Analogie zum Web of Science entwickelt, darunter die SPIRES HEP Literature Database, CiteSeer und das Open Citation Project (OpCit).

Siehe auch


- Eprint, Preprint, Postprint, Berliner Erklärung (Open Access), Elsevier
- Informationsexplosion

Literatur


- Alice Keller (2001): Elektronische Zeitschriften im Wandel. Eine Delphi-Studie. Wiesbaden: Harrassowitz. (Bibliotheksarbeit ; Bd. 10).
- Michael Meier (2002): Returning Science to the Scientists. Der Umbruch im STM-Zeitschriftenmarkt. München: Peniope. [Auch online unter http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/aw/2004/tel.ccsd.cnrs.fr/tel-00002257-00/tel-00002257.pdf]
- Christian Woll (Februar 2005): [http://www.fbi.fh-koeln.de/institut/papers/kabi/volltexte/Band046.pdf Wissenschaftliches Publizieren im digitalen Zeitalter und die Rolle der Bibliotheken]. Köln: Fachhochschule Köln, Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften, Institut für Informationswissenschaft. (Kölner Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft ; Bd. 46).

Weblinks


- http://www.doaj.org Directory of Open Access Journals
- [http://www.ub.uni-konstanz.de/openaccess/zeitschriftenkrise.htm Zeitschriftenkrise] Seite der Bibliothek der Universität Konstanz mit Statistiken und Links zur Zeitschriftenkrise
- [http://www.arl.org/sparc/ SPARC] Die Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition ist ein Zusammenschluss von etwa 200 namhaften Universitäten, Bibliotheken und Organisationen "gegen Marktversagen im System der wissenschaftlichen Kommunikation"
- [http://www.sparceurope.org/ SPARC Europe] Kategorie:Bibliothekswesen Kategorie:Journalismus Kategorie:Medien

Bibliothekswesen

Das Bibliothekswesen umfasst die Gesamtheit aller Institutionen und Organisationen von Bibliotheken und vergleichbaren Einrichtungen, d.h. ihre Struktur und Organisation, Bibliothekstypen, bibliothekarische Vereinigungen, Arbeitsabläufe, Ausbildung und Techniken. Die sich theoretisch mit dem Bibliothekswesen beschäftigende Wissenschaft ist die Bibliothekswissenschaft.

Literatur


- Busse/Ernestus/Plassmann: Das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland - 3. Auflage - Harrassowitz, 1999
- Hacker: Bibliothekarisches Grundwissen - 7. Auflage - Saur, 2000
- Thun: [http://deposit.ddb.de/ep/netpub/89/96/96/967969689/_data_stat/www.dbi-berlin.de/dbi_pub/einzelpu/thun_ein/thu_01.htm Eine Einführung in das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland] - Deutsches Bibliotheksinstitut, 1998

Siehe auch


- Zur allgemeinen Einführung in die Thematik empfiehlt sich der ausführliche Artikel Bibliothek.
- Artikel rund um das Thema Bibliothekswesen werden in der Wikipedia im Portal:Bibliothek, Information, Dokumentation und der :Kategorie:Bibliothekswesen systematisch erfasst. !

Zeitschrift

Zeitschriften sind Printmedien oder Elektronische Publikationen (Elektronische Zeitschrift), die in (regelmäßigen oder unregelmäßigen) Abständen in gleicher Form erscheinen. Oft wird auch der Begriff "Magazin" verwendet. Im Gegensatz zu Zeitungen sind sie weniger auf Nachrichten, sondern mehr auf Hintergrundberichterstattung zu aktuellen Themen ausgelegt. Meist konzentriert sich eine Zeitschrift auf einen bestimmten Themenbereich. Auflagenstärkste Zeitschrift in Deutschland ist die ADAC Motorwelt, die Mitgliederzeitschrift des ADAC.

Definition

An einer allgemeinen Definition des Begriffs "Zeitschrift" ist die Kommunikationswissenschaft/Medienwissenschaft bisher trotz vielfältiger Versuche gescheitert. Im Gegensatz zu der Tageszeitung, die sich durch die Merkmale Periodizität, Publizität, Disponibilität, Aktualität und Universalität auszeichnet, gelten für die Zeitschrift zwar die ersten drei Merkmale, von den beiden letzteren aber meist nur höchstens eines. Da eine präzise Definition damit aber nicht möglich ist, greift man meistens darauf zurück, die Zeitschrift als periodische Presse, die aber keine Tageszeitung ist, zu bezeichnen. Nach Karl Salzmann (1954) gelten als Zeitschriften alle periodisch erscheinenden Druckschriften eines meist fachlich oder in der Darbietungsform begrenzten Inhalts, der nicht durch Nachrichten über das Tagesgeschehen bestimmt wird, sondern - bei aller Verfasservielfalt - das Wirken einer selbstgestellten Aufgabe erkennen lässt. Einer der wichtigsten Zeitschriftentheoretiker war Walter Hagemann.

Gattungssystematik

Von der Wissenschaft wurde schon oft versucht, eine Zeitschriftensystematik, die einen Überblick über das breite Spektrum der Zeitschriftengattungen leisten soll, aufzustellen - von den vielen unterschiedlichen Ansätzen konnte sich bisher keiner durchsetzen. Meist werden die
- Publikumszeitschriften (die auflagen- und umsatzstärkste Gattung) von den
- Fachzeitschriften (die titelreichste Gattung) abgegrenzt.
Dazu zählen u.a.
  - Wissenschaftszeitschriften
  - Literaturzeitschrift: Liste Bezüglich der weiteren Einteilung differieren die Meinungen. Oft genannte weitere Gattungen sind die
- Mitgliederzeitschriften,
- Kundenzeitschriften,
- Alternativzeitschriften und die
- konfessionellen Zeitschriften, auch
- Amtsblätter- und
- Anzeigenblätter sowie
- Offertenblätter werden oft dazugezählt. Zur größten Gattung der Publikumszeitschriften gehören wiederum z. B.:
- Illustrierte
- Nachrichtenmagazine
- Wirtschaftsmagazine
- Fernsehzeitschriften
- Klassische Frauenzeitschriften (Mode, Wellness, Hochglanzmagazine etc.)
- Unterhaltende Frauenzeitschriften ('Yellow Press')
- Klassische Männermagazine
- Kinderzeitschriften (wie Bummi)
- Jugendzeitschriften (Bravo, Popcorn etc.)
- Rätselzeitschriften
- populärwissenschaftliche Zeitschriften
- Schwulenmagazine
- Satiremagazine
- Kulturzeitschriften
  - Theater heute
- Stadtmagazine

Geschichte und Herkunft

Genauso variationsreich wie das heutige Zeitschriftenspektrum waren auch die Anfänge der Zeitschrift. Sie entwickelte sich aus den unterschiedlichsten Vorläufern: den Flug- und Streitschriften, Relationen und Messrelationen, Avisen und Chroniken. Die ersten bekannten Zeitschriften sind das erstmals im Januar 1665 in Paris erschienene „Journal des Sçavans“ und das die Londoner „Philosophical Transactions of the Royal Society“ aus dem selben Jahr. Der 1674 erstmals verlegte "Götter-Both Mercurius" gilt als erste deutsche Zeitschrift. Wissenschaftliche Zeitschriften spielen eine fundamentale Rolle für den Fachdiskurs in den Wissenschaften.

Siehe auch


- Verlag, Verleger, Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V., Pressegeschichte, Filmzeitschrift
- Listen: deutschsprachige Zeitschriften, Verlage in Deutschland, Österreich und Schweiz, Abkürzungen von Zeitschriftentiteln, Chronologie deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften, Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften, Chronologie englischsprachiger Medien

Weblinks


- http://www.kaktusmagazin.ch | Kunstzeitschrift
- http://www1.ub.uni-siegen.de/buecher/zs00.htm Zeitschriften im Internet Kategorie:Medien ! Kategorie:Journalismus ja:雑誌 ko:잡지 th:นิตยสาร

1990er

Ereignisse


- 1990: Namibia wird unabhängig, erster Präsident ist Sam Nujoma (SWAPO)
- 1990: Wiedervereinigung Deutschlands
- 1991: 2. Golfkrieg: Der Irak überfällt Kuwait; alliierte Kräfte unter der Führung der USA befreien den Golfstaat
- 19911995: Zerfall Jugoslawiens. Der durch Unabhängigkeitserklärungen der Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina und der damit verbundenen Problematik der ethnischen Vielfalt in den neu gebildeten Nationalstaaten aufbrechende Balkankonflikt zieht eine Reihe von Bürgerkriegen nach sich
- 1991: Mit der Unabhängigkeitserklärung der baltischen Staaten wird der Zerfall der Sowjetunion eingeleitet. Die Auflösung des „Ostblocks“ setzt sich fort
- 19921995: UNOSOM-Einsätze in Somalia (UNOSOM I, UNOSOM II, Schlacht von Mogadischu am 3. Oktober 1993)
- 1993: Die Tschechoslowakei löst sich auf. Die Nachfolgestaaten Slowakei (Slowakische Republik) und Tschechien (Tschechische Republik) entstehen.
- 1993: Auf das World Trade Center wird von islamistischen Terroristen ein erster Terroranschlag verübt
- 1993: Eritrea wird als letztes afrikanisches Land unabhängig
- 1994: Krieg in Ruanda
- 1994: Nach dem Ende der Apartheid wird Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt
- 1995: Friedensabkommen von Oslo zwischen Israel und der PLO
- 1998: Regierungswechsel in Deutschland. Ende der 16 Jahre dauernden Ära Kohl. Neuer Bundeskanzler ist Gerhard Schröder
- 1999: Kosovo-Krieg. NATO fliegt Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien
- 1999: Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro (€) als Buchgeld

Kulturgeschichte


- 1990 findet das größte Rockkonzert in Berlin seit Öffnung der Mauer statt: Pink FloydThe Wall
- Generation X
- Das Internet wird populär
- Mobiltelefone finden weite Verbreitung
- Achtziger-Revival (ab 1998) in Deutschland, unter anderem ausgelöst durch das Comeback von Modern Talking
- bedeutende Musikrichtungen: Hip Hop, Techno, Grunge, Jungle, Drum'n'Bass, Eurodance

Persönlichkeiten (Auswahl)

ja:1990年代 ko:1990년대 simple:1990s zh-min-nan:1990 nî-tāi

Fachzeitschrift

Eine Fachzeitschrift ist eine traditionell periodisch erscheinende gedruckte meist wissenschaftliche Zeitschrift, die im Unterschied zu einer Monografie rasche und aktuelle Informationen über neuere Forschungsergebnisse liefert und so den aktuellen Stand in einem Fachgebiet dokumentiert. Dagegen wenden sich Publikumszeitschriften an einen breiten Leserkreis. Neben umfangreichen Aufsätzen zu einzelnen Themen gibt es kleine Beiträge, die in geisteswissenschaftlichen Zeitschriften traditionell Miszellen genannt werden. Weitere Rubriken sind Forschungsberichte, Rezensionen (über neue Monographien) bzw. Sammelbesprechungen. In manchen Zeitschriften werden fachliche Diskussionen in eigenen diskursiven Abschnitten "Kontroverse" abgehandelt. In manchen Fachgebieten werden die Inhalte von Fachzeitschriften durch für einen oder mehrere Jahrgänge erstellte Register erschlossen. Herausgeber und Redakteure guter Fachzeitschriften sind üblicherweise auch Fachleute auf dem entsprechenden Gebiet. Wissenschaftliche Fachzeitschriften bedienen sich zunehmend des Peer Reviews, um die Qualität der Beiträge sicherzustellen. Die internationalen naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften mit dem höchsten Impact Factor sind Nature und Science. Im deutschsprachigen Raum ist Spektrum der Wissenschaft (siehe Scientific American) populärwissenschaftlich ausgerichtet und steht somit zwischen Fachzeitschrift und Publikumszeitschrift.

Geschichte

Die ersten Fachzeitschriften sind das erstmals im Januar 1665 in Paris erschienene „Journal des Sçavans“ und das die Londoner „Philosophical Transactions of the Royal Society“ aus dem selben Jahr.

Literatur


- Zimpel: Fachzeitschriften ISSN 0946-3968 (siehe auch [http://www.zimpel.de/html/service/journal/journal_z4.htm])

Siehe auch


- :Kategorie:Fachzeitschrift,
- Zeitschriftendatenbank, Elektronische Zeitschrift, Bibliothekarische Fachzeitschrift,
- Zeitschriftenkrise

Weblinks


- [http://www.history-journals.de/ The History Journals Guide]
- [http://www.zdb-opac.de OPAC der Zeitschriftendatenbank (ZDB)]
- [http://www.zeitschrift-abc.de Zeitschrift-abc / fachzeitung.de (18163 Fachzeitschriften - Magazine - Diploma) ] ! Kategorie:Medien

Verlag

Der Verlag ist ein Medien-Unternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet. Der Verkauf kann über den Handel (Kunst-, Buchhandel etc.) oder durch den Verlag selbst erfolgen. Der Verlag oder die Person des Verlegers erwirbt in der Regel das Nutzungsrecht am Manuskript eines Autors (Urheberrecht) auf Grund eines Vertrages und sorgt für Herstellung (Vorbereitung für den Druck) und eben den Druck des Werkes. Zweitens besorgt er die Werbung und den Vertrieb über die verschiedenen Vertriebswege, zum Beispiel über den Buchhandel oder den Pressegroßhandel. Die dritte Funktion liegt in der Vorfinanzierung, wie schon der Wortursprung deutlich macht, denn Verlegen kommt von Vorlegen. Angestellte in einem Verlag üben den Beruf des Verlagskaufmanns aus oder sind in der Verlagsherstellung tätig.

Selbst- und Kleinverlag

Sofern ein Autor seine Bücher nicht über einen Verlag in den Handel bringt, sondern selbst für Druck und Vertrieb sorgt, spricht man von einem Selbstverlag. Der Selbstverlag ist zu unterscheiden von einem Kleinverlag, in dem ein Verleger als Gewerbetreibender fremde oder eigene Werke verlegt. Zahlenmäßig sind weitaus die meisten Verlage in der Kategorie, viele sind winzig. Privatvermögen fliesst hinein, sowie die eigene, geradezu unbezahlte Leistung. Meist ist man persönlich engagiert, bestimmte Inhalte zu verbreiten und hat Freude an dem Metier. Weil Autoren auch bei gewissem Erfolg immer noch wenig verdienen, sind sie meist darauf angewiesen, zu größeren Verlagen zu wechseln, wenn sie etwas Erfolg haben – was die Kleinverlage weiter klein hält.

Zuschussverlage

Eine Besonderheit sollen sog. Zuschussverlage bzw. genauer Druckkostenzuschussverlage darstellen. Insbesondere wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten wie Diplomarbeiten oder Dissertationen können die Druck- und Vertriebskosten des Verlegers kaum decken. Deshalb haben die Autoren einen Zuschuss zu den Druckkosten zu leisten. Solche Druckkostenzuschüsse sind bei renommierten, großen Verlagen völlig unüblich, sie honorieren ihre Autoren von Anfang an. Ein Reihe von Unternehmen haben sich auf das Geschäft mit Zuschussbüchern spezialisiert. Sie verlegen nicht allein wissenschaftliche Literatur sondern auch literarische Texte von Amateuren. Von Zuschussverlagen im klassischen Sinne zu unterscheiden sind manche Book on demand-Verlage. Der Begriff Zuschussverlag ist relativ neu. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts nahm diese Aufgabe der Kommissionsverlag wahr, der bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts kaum vom selbstfinanzierenden Verlag getrennt war. In Meyers Konversationslexikon von 1893 steht für den Verlag "Zuweilen trägt auch der Schriftsteller einen Teil der Kosten, oder er lässt sein Werk ganz auf eigene Kosten drucken ..." (Bd.3 S.627). Selbstverständlich und doch schwer zu erringen sind Druckkostenzuschüsse (fester Begriff) für wissenschaftliche Arbeiten. Sie gehen an renommierte Verlage, der Definition kein richtiger Verlag zu sein, weil die Autoren selbst zahlen, fern. Druckkostenzuschüsse kommen meist von der grössten Unterstützerin der Wissenschaft hierzulande, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Verlagsarten

Verlage lassen sich nach ihren Hauptprodukten ordnen:
- Buchverlag (siehe auch Fachbuchverlag)
- Kunstverlag und Musikverlag,
- Zeitungsverlag,
- Zeitschriftenverlag,
- Spieleverlag,
- Kartenverlag
- Wissenschaftsverlag
- und Sondergebiete (z.B. Formularverlag).

Siehe auch


- Liste von Verlagen in Deutschland, Österreich und Schweiz
- Liste internationaler Verlage
- Copyright, Urheberrecht, Verlagsrecht
- Erstausgabe, Börsenverein des Deutschen Buchhandels
- Verlagsbranche, Verlagsnummer, backlist, Universitätsverlag
- Kommissionsverlag
- Verlagsystem (oder Verlag) als Organisationsform der Handwerksproduktion - z.B. Bierverlag

Literatur


- Reinhard Mundhenke, Marita Teuber: Der Verlagskaufmann. Berufsfachkunde für Kaufleute in Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlagen. 9. völlig überarbeitete Auflage 2002, 696 Seiten, ISBN 3-7973-0792-6
- Kurt Tohermes, Eckhard Bremenfeld, Holger Knapp: Fachwissen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage. Leitfaden für Verlagsberufe und Quereinsteiger. Heidelberg 1999, ISBN 3-9806-28604
- Dietrich Kerlen: Lehrbuch der Buchverlagswirtschaft. Stuttgart 2003, ISBN 3-7762-1002-8
- Manfred Plinke: Mini-Verlag. Selbstverlag, Publishing on Demand, Verlagsgründung, Buchherstellung, Buchmerketing, Buchhandel, Direktvertrieb, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage, Berlin: Autorenhaus Verlag, 2005
- Schiffrin, André: Verlage ohne Verleger : über die Zukunft der Bücher, Berlin : Wagenbach, 2000

Weblinks


- [http://www.verlagskaufleute.info Ausbildung und Beruf von Verlagskaufleuten]
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagde.html Liste von Verlagen in Deutschland] (Service des Hochschulbibliothekszentrums Nordrhein-Westfalen)
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagat.html Verlage in Österreich]
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagch.html Verlage in der Schweiz]. !Verlag Kategorie:Medienunternehmen Kategorie:Medien Kategorie:Bibliothekswesen Kategorie:Buchhandel ja:出版社

Open Access

Open Access (engl. freier, kostenloser Zugang) bezeichnet das Ziel, wissenschaftliche Literatur und Materialien im Internet frei (kostenlos und ohne Lizenzbeschränkungen) zugänglich zu machen. Unter diesem Stichwort hat sich inzwischen eine internationale Bewegung gebildet, die insbesondere mit der Budapest Open Access Initiative verbunden wird. Bei der wissenschaftlichen Fachliteratur kann es sich um frei zugängliche Beiträge in Elektronischen Zeitschriften, um Preprints oder Online-Versionen von Beiträgen in Büchern und Zeitschriften handeln, die von den Wissenschaftlern auf den Servern freier E-Journals, universitären oder institutionellen Eprint-Archiven, fachbezogenen Servern oder auch nur auf ihren Homepages frei zur Verfügung gestellt werden. In einem weiteren Sinn spricht man aber auch von Open Access, wenn es um den freien Zugang zu wissenschaftlich wichtigen Daten oder zu digitalen Reproduktionen von Kulturgut in Archiven, Bibliotheken und Museen geht. Seit 2001 suchen weltweite Initiativen nach effektiven Strategien, um die Vorteile des Open Access für die Forschung, ihre Institutionen und Fonds allgemein nutzbar zu machen. Auch die wirtschaftlichen Aspekte des open access-Publizierens und mögliche Probleme wissenschaftlicher Verlage werden heftig debattiert.

Geschichte des Open Access

In den 1990ern erschienen unter dem Begriff des Online-Publishing die ersten deutschsprachigen Ratgeber für das Publizieren im Internet für Wissenschafter, welche u.a. die unterschiedlichen Dienste - E-Mail, News, Usenet - beschrieben (z.B. Bleuel, 1995). Viele Fachverlage waren in dieser Zeit dazu übergangen, ihre Zeitschriften parallel oder ausschließlich elektronisch zur Verfügung zu stellen. Studenten und Forscher können seitdem diese über die Bibliotheks- oder Institutsrechner ungehindert lesen und ausdrucken, ihre Institutionen zahlen für diese Lizenzen. 2001 gründeten eine Reihe namhafter Wissenschaftler, unter ihnen Michael Eisen (Public Library of Science) und Rick Johnson (Scholarly Public and Academic Resources Coalition), die Budapest Open Access Initiative und verabschiedeten eine Erklärung, in der es u.a. heißt: „Frei zugänglich im Internet sollte all jene Literatur sein, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ohne Erwartung, hierfür bezahlt zu werden, veröffentlichen.“ (siehe Mruck, Gradmann & Mey, 2004, Absatz 5; oder [http://www.qualitative-research.net/fqs/boaifaq.htm FAQ zur Budapest Open Access Initiative]) Einen weiteren Höhepunkt der Bewegung bildete die Berlin Erklärung der Open-Access-Bewegung vom Oktober 2003. Die Deklaration wurde von allen wichtigen deutschen Forschungsinstitionen unterschrieben. Wie z.B. der DFG, der Hochschulrektorenkonferenz, der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) und dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, das mit DiPP eine eigene Initiative gegründet hatte. Außerdem haben auch internationale Organisationen unterschrieben wie z.B. Open Source Initiative (OSI), SPARC oder CERN. Nach Einschätzung von Mruck, Gradmann & Mey (2004) handelt es sich bei der Open-Access-Bewegung nicht „nur um Überzeugungen vereinzelter, besonders internetaffiner Akteure [..], sondern um eine Bewegung von enormer Reichweite“ (Absatz 3); eine “wissenschaftliche Revolution formiert sich“ (vgl. Überschrift 2). Im Juli 2004 sprach sich auch das Komitee für Wissenschaft und Technologie des britischen Unterhauses dafür aus, dass die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung unter den Bedingungen von Open Access veröffentlicht werden sollten.

Argumente für Open Access und Probleme bei der Umsetzung

Für die Forderung nach Open Access spricht, dass damit stark subventionierte Forschungsergebnisse der Universitäten und anderer öffentlich unterstützter Forschungseinrichtungen frei zugänglich werden und nicht teuer verkauft werden: Open Access ist so nach Auffassung von Graf (2003) „die geeignete Antwort auf die Krise der wissenschaftlichen Literatur, die sich nicht nur auf die Zeitschriftenpreise auswirkt, sondern auch dazu führt, dass etwa ein Sammelband in vierfacher Weise von der öffentlichen Hand subventioniert wird und der Staat so seine eigenen Forschungsergebnisse von kommerziellen Verlagen zurückkauft“ (vgl. Zusammenfassung). Explizit verfolgt die Open Access Bewegung auch das Ziel, die digitale Kluft zu verringern. Unter anderem sollen so Wissenschaftler mit geringem Deputat an wissenschaftliche Ergebnisse gelangen und am Diskurs partizipieren können. Open Access ist nach Mruck, Gradmann & Mey (2004) „(noch) weit davon entfernt, Alltag wissenschaftlichen Publizierens zu sein: Es handelt sich überwiegend um spezialisierte Diskurse in einigen besonders engagierten Disziplinen und um (wissenschafts-)politische Absichtserklärungen (wie die Berlin Declaration), die in der Praxis erst verankert werden müssen, damit wissenschaftliches Wissen tatsächlich das Allgemeingut sein kann, als das es finanziert wird“ (Absatz 23). Eine der Barrieren für das Online-Publishing mit Open Access ist nach Björk (2004) das akademische Reward-System. Problematisch ist auch, dass z.B. reine Online-Zeitschriften in traditionellen Datenbanken nur selten erschlossen und indiziert sind (vgl. Keller, 2003, Absatz 42). Und für die Bibliotheken stellt sich die Frage der Erfassung und Speicherung der Daten (z.B. Hauffe, 1997). Es gibt große Unterschiede zwischen den Disziplinen. Das kostenlose Online-Publizieren ist, mit Ausnahme einiger Institute und Online-Zeitschriften im Bereich der Bildungsforschung keine Selbstverständlichkeit (Schaffert, 2004). In naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen hingegen, insbesondere der Informatik und Physik, hat das kostenlose und freie Veröffentlichen im Internet schon eine weit bedeutendere, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle.

Literatur


- Jens Bleuel (1995): Online Publizieren im Internet. Elektronische Zeitschriften und Bücher. Pfungstadt und Bensheim: Edition Ergon.[in einer aktualisierte Auflage von 2000 online zugänglich unter URL:http://www.bleuel.com/ip-wel.pdf].
- Bo-Christer Björk (2004): [http://InformationR.net/ir/9-2/paper170.html Open access to scientific publications - an analysis of the barriers to change]. Information Research, 9(2), Paper 170
- David Goodman (2004): [http://dx.doi.org/10.1016/j.serrev.2004.09.009 The Criteria for Open Access]. Serials Review 30(4), 258-270
- Klaus Graf (2003): [http://www.zeitenblicke.historicum.net/2003/02/graf.html Wissenschaftliches E-Publizieren mit "Open Access" - Initiativen und Widerstände]. Zeitenblicke, 2(2).
- Heinz Hauffe (1997): [http://www.uibk.ac.at/sci-org/voeb/texte/hhgraz.html Langfristige Verfügbarkeit elektronischer Medien]. Referat am Kolloquium Speicherbibliotheken - Digitale Bibliotheken, Graz, 3. April 1997
- Alice Keller (2003): [http://www.zeitenblicke.historicum.net/2003/02/keller.htm Elektronische Zeitschriften: Entwicklungen in den verschiedenen Wissenschaftszweigen]. Zeitenblicke 2 (2)
- Katja Mruck, Stefan Gradmann, Günter Mey (2004, April). [http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-04/2-04mrucketal-d.htm Open Access: Wissenschaft als Öffentliches Gut]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 5(2), Art. 14
- Sandra Schaffert (2004): [http://paedpsych.jku.at/ezine/2004/schaffert04/ Kostenlose Online-Literatur der Bildungsforschung]. p@psych e-zine, 9
- Claudia Koltzenburg (2004) Conference Report Symposium on Open Access to Knowledge and Scholarly Communication, Zurich, 15 October 2004 [http://www.openspf.de/space/start/2004-10-15/1#Zurich_Open_Access_Symposium:_encouraging_steps_ahead__ Teil 1] [http://www.openspf.de/space/start/2004-10-19/1#Zurich_Open_Access_Symposium,_report_Part_Two Teil 2]. openspf.de
- Claudia Koltzenburg (2004) Conference Report [http://www.openspf.de/space/start/2004-12-09/1#Open_Access_Publishing_Cologne_Summit:_onwards! Open Access Publishing Cologne Summit 7 - 8 Dec 2004]. openspf.de
- Stevan Harnad (2005): [http://www.ariadne.ac.uk/issue42/harnad/ Fast-Forward on the Green Road to Open Access: The Case Against Mixing Up Green and Gold] Ariadne 42
- Deutsche Forschungsgemeinschaft (Hg.) (Juli 2005): [http://www.dfg.de/dfg_im_profil/zahlen_und_fakten/statistisches_berichtswesen/open_access/download/oa_ber_dt.pdf Publikationsstrategien im Wandel? Ergebnisse einer Umfrage zum Publikations- und Rezeptionsverhalten von Wissenschaftlern unter besonderer Berücksichtigung von Open Access] (82 S.) Weitere Dokumente dazu:
  - Richard Sietmann :
[http://www.heise.de/newsticker/meldung/62004 DFG legt Studie zu Open Access vor] heise newsticker 23.7.2005
  - Dr. Johannes Fournier (DFG), Dr. Alexis-Michel Mugabushaka : (DFG)
[http://www.dfg.de/dfg_im_profil/zahlen_und_fakten/statistisches_berichtswesen/ib/download/ib01_2005.pdf DFG-Infobrief 1/2005 zu wichtigsten Befunden der Studie]
  - Dr. Johannes Fournier : (DFG)
[http://www.dfg.de/dfg_im_profil/zahlen_und_fakten/statistisches_berichtswesen/open_access/download/oa_stellungnahme.pdf Positionspapier der DFG zu den Ergebnissen der Studie, Schlüsse für das Förderhandeln der DFG],

Siehe auch


- Open Content, Open Archives Initiative, Budapest Open Access Initivative, Open-Source-Kultur, Open-Source-Medizin, Wissensfreiheit
- Zeitschriftenkrise, elektronische Publikation, elektronische Zeitschriften, Preprint, PLoS
- Craig Venter, Stevan Harnad

Weblinks


- [http://wiki.pruefung.net/Wiki/OpenAccess Wiki/OpenAccess] Sammlung von Online-Literatur zum Thema Open Access
- [http://elib.suub.uni-bremen.de/open_access.html weitere Links (Quellensammlung zum Thema Open Access - E-LIB SuUB Bremen)]
- [http://www.zugang-zum-wissen.de/oa-wasistdas.html] Open Access Definitionen
- [http://www.dipp.nrw.de DiPP] Open Access Initiative des Landes Nordrhein-Westfalens
- [http://archiv.twoday.net/topics/Open+Access/ Archivalia] Deutschsprachige News zu Open Access, von Klaus Graf
- [http://paedpsych.jku.at/ezine/2004/schaffert04/openaccess.shtml# Die Open Access Bewegung] p@psych (Bildungsforschung und On-line-Publizieren)
- [http://www.openspf.de Open Scientific Publishing Forum] Mehrsprachiges WikiWeblog u.a. zu Open Access-Politik und -Technologien
- [http://www.gap-portal.de/links/lesetipps/ GAP-Lesetipps] Mehrsprachige Linkliste zu Open-Access-relevanten Beiträgen, die selbst frei im Netz verfügbar sind (Stand: 14.12.2004)
- [http://www.escholarlypub.com/cwb/oaw.htm Liste der wichtigsten Links, engl.]
- [http://www.earlham.edu/~peters/fos/fosblog.html Open Access News] Sehr gut geführtes englischsprachiges Weblog von Peter Suber
- [http://info.lib.uh.edu/sepb/sepb.html Scholarly Electronic Publishing Weblog] Verzeichnis englischsprachiger Hinweise auf Beiträge (leider nicht alle selbst Open Access), geführt von Charles W. Bailey, Jr.
- [http://www.soros.org/openaccess/forum.shtml BOAI Forum] Englischsprachige Mailingliste der Budapest Open Access Initiative BOAI
- [http://www.arl.org/sparc/soa/ SPARC Open Access Newsletter SOAN und SPARC Open Access Forum SOAF] Englischsprachige Mailinglisten der Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition
- [http://amsci-forum.amsci.org/archives/september98-forum.html American Scientist Open Access Forum] Englischsprachige Open Access Mailingliste moderiert von Stevan Harnad

Via Open Access verfügbare Forschungsliteratur finden


- [http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvvk.html Open Access to Scientific Literature - OASE]
- [http://www.doaj.org Directory of Open Access Journals - DOAJ]
- [http://oaister.umdl.umich.edu/o/oaister Suchmaschine] OAIster
- Blick über den Tellerrand: [http://www.openarchives.it/pleiadi/index.php?sel_lang=english PLEIADI: Portal for the Italian Electronic Literature in Open and Institutional Archives]
- [http://www.biomedcentral.com BioMed Central - Open Access journals covering all areas of Biology and Medicine] Kategorie:Wissenschaftspolitik Kategorie:Wissenschaftspraxis Kategorie:Bibliothekswesen


1991

Ereignisse

Jahreswidmungen


- Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)

Januar bis Dezember


- 1. Januar: Flavio Cotti wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Das westdeutsche Steuerrecht wird von den neuen Bundesländern übernonmmen
- 1. Januar: In Salzburg wird im Festspielhaus durch das Mozarteum-Orchester das Mozartjahr 1991 eröffnet
- 1. Januar: Das Stromeinspeisungsgesetz für Erneuerbare Energien (StrEG) tritt in Kraft und fördert entscheidend die Stromerzeugung durch regenerative Energien in Deutschland
- 2. Januar: Israel eröffnet nach langer Pause wieder ein Konsulat in Moskau
- 12. Januar: Präsident Arnold Rüütel, Estland, und Präsident Boris Jelzin, Russland, unterzeichnen in Moskau einen Grundlagenvertrag zwischen den beiden Ländern
- 16. Januar: Beginn der Luftangriffe auf den Irak
- 17. Januar: Beginn der militärischen Befreiung Kuwaits
- 17. Januar: Helmut Kohl wird vom ersten gesamtdeutschen Bundestag als Bundeskanzler wiedergewählt
- 17. Januar: König Harald V. wird Staatsoberhaupt in Norwegen
- 20. Januar: Erste freie und demokratische Wahlen in São Tomé und Príncipe
- 23. Januar: Anerkennung Litauens durch Island
- 28. Februar: Waffenstillstand mit dem Irak nach dem zweiten Golfkrieg
- Februar: Visegrád-Abkommen zur engeren Kooperation zwischen Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei. Damit begründen sie das ostmitteleuropäische Pendant zur Benelux
- 3. März: Fast 78 % der Bürger Estlands sind für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit
- 3. März: Lettland. Volksabstimmung über Unabhängigkeit von der Sowjetunion
- 3. März: Miguel Trovoada wird Staatspräsident in São Tomé und Príncipe
- 25. März: Beginn des Ersten internationalen Treffens von süd- und zentralamerikanischen Indiofrauen in Lima
- 26. März: Gabun gibt sich eine neue Verfassung. Schwerpunkt: Mehrheitsdemokratie
- 31. März: In Albanien finden die ersten freien Wahlen statt
- 31. März: Auflösung des Warschauer Pakts (militärische Strukturen)
- 1. April: Der Vorsitzende der Treuhandsanstalt Detlev Karsten Rohwedder wird in seiner Wohnung ermordet
- 3. April: Waffenstillstandresolution. Enthält die Verpflichtung zur Beseitigung sämtlicher Massenvernichtungswaffen sowie Raketen über 150 km Reichweite im Irak
- 9. April: Georgien. Zweite Unabhängigkeitserklärung
- 29. April: Erstes Verfassungsgesetz in Albanien
- 3. Mai: Deklaration von Windhoek: Erklärung der UNESCO zur Pressefreiheit
- 12. Mai: Erste demokratische Parlamentswahlen in Nepal
- 21. Mai: Äthiopien. Mengistu flieht nach Simbabwe
- 26. Mai: Georgien. Swiad Gamsachurdia wird Staatspräsident
- 31. Mai: Die Bürgerkriegsparteien Angolas stimmen in Bicesse, Portugal, dem Waffenstillstand, der Schaffung von gemeinsamen Streitkräften und der Abhaltung freier Wahlen unter internationaler Beobachtung zu
- 31. Mai: Die Türen vom „Haus der jungen Talente“ in Berlin-Mitte schließen sich für immer. Eine international einzigartige Talenteschmiede in sämtlichen künstlerischen Bereichen wird im Zuge der deutschen Wiedervereinigung abgewickelt
- 2. Juni: Aufnahme des fahrplanmäßigen Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland mit dem InterCityExpress
- 5. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Namibia. In Kraft seit dem 28. Januar 1994
- 12. Juni: In Russland wird zum ersten Mal ein Präsident direkt vom Volk gewählt. Boris Jelzin gewinnt die Wahl mit 55 % der Stimmen
- 17. Juni: „Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ zwischen Deutschland und Polen
- 19. Juni: Abzug der russischen Truppen aus Ungarn
- 20. Juni: Der Bundestag beschließt den Umzug von Bonn nach Berlin
- 25. Juni: Unabhängigkeit von Kroatien und Slowenien
- 1. Juli: Auflösung des Warschauer Paktes (der Pakt selber)
- 1. Juli: Schweden beantragt die Mitgliedschaft in der EU
- 12. Juli: Mauretanien bekommt eine neue Verfassung
- 17. Juli: Bulgarien. Die neue Verfassung tritt in Kraft
- 31. Juli: Unterzeichnung des START Vertrages
- 6. August: 12. Verfassungsänderung in Bangladesch
- 14. August: Laos. Erste republikanische Verfassung
- 19. August: Sowjetunion. Putschversuch gegen Michail Gorbatschow
- 20. August: Estland. Unabhängigkeit von Russland
- 21. August: Lettland. Die Verfassung von 1922 wird wieder in Kraft gesetzt
- 21. August: Lettland wird wieder unabhängig
- 24. August: Die Ukraine wird unabhängig
- 27. August: Anerkennung der baltischen Staaten durch Deutschland
- 27. August: Moldawien wird unabhängig
- 28. August: Deutschland nimmt diplomatische Beziehungen zu Estland auf
- 28. August: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Lettland
- 30. August: Aserbaidschan. Mutalibow wird Präsident
- 31. August: Kirgisistan und Usbekistan werden unabhängig
- 1. September: Liechtenstein wird Vollmitglied in der EFTA
- 2. September: Lettland. Als erster Botschafter überreichte Graf Hagen Lambsdorff sein Beglaubigungschreiben
- 2. September: Anerkennung der baltischen Staaten durch die USA
- 6. September: Die Sowjetunion erkennt die Unabhängigkeit Lettlands an
- 8. September: Mazedonien wird unabhängig
- 9. September: Tadschikistan wird unabhängig
- 10. September: Estland. Aufnahme in die KSZE
- 11. September: Offizieller Besuch von Deutschlands Außenminister Hans-Dietrich Genscher in Tallinn, Estland
- 17. September: Estland, Marshallinseln, Mikronesien, Lettland, Litauen, Estland, Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) und Litauen treten den Vereinten Nationen bei
- 19. September: Ötzi wird in den Südtiroler Alpen gefunden
- 21. September: Armenien erhält seine Unabhängigkeit
- 1. Oktober: Neue Verfassung in Sierra Leone
- 7. Oktober: Zagreb, Kroatien, wird von Serbien bombardiert
- 7. Oktober: Litauen wird Mitglied in der UNESCO
- 9. Oktober: Bulgarien. Abschluss des „Deutsch-Bulgarischen Vertrages“, (regelt die Zusammenarbeit)
- 13. Oktober: Bulgarien. Erste Parlamentswahlen nach der neuen Verfassung
- 14. Oktober: Estland wird Mitglied in der UNESCO
- 14. Oktober: Lettland wird Mitglied in der UNESCO
- 15. Oktober: Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte durch Estlands Präsident Arnold Rüütel
- 16. Oktober: Armenien. Levon Ter-Petrossian wurde zum Präsidenten gewählt
- 17. Oktober: Erste demokratische Wahlen in Polen
- 18. Oktober: Aserbaidschan. Unabhängigkeitserklärung
- 21. Oktober: Tuvalu wird Mitglied in der UNESCO
- 23. Oktober: Unterzeichnung der Pariser Friedensverträge durch Kambodscha
- 27. Oktober: Erste wirklich freie Wahlen in Polen
- 27. Oktober: Unabhängigkeitserklärung von Turkmenistan
- 31. Oktober: Erste freie Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Sambia
- 6. November: Aufnahme Polens in den Europarat
- 12. November: Bei dem Santa Cruz Massaker in Osttimor sterben über 270 Menschen, viele verschwinden spurlos
- 17. November: Neue Verfassung in Mazedonien
- 21. November: Gemeinsame Erklärung des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl und des russischen Präsidenten Michail Gorbatschow
- 4. Dezember: Einführung des Mehrparteiensystems auf den Seychellen
- 8. Dezember: Russland, Weißrussland und die Ukraine gründen die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS)
- 10. Dezember: Aserbaidschan. Unabhängigkeitserklärung von Berg-Karabach
- 14. Dezember: Berlin Die erste Mayday (Veranstaltung) findet statt
- 16. Dezember: Kasachstan wird unabhängig
- 16. Dezember: Ungarn unterzeichnet den Assoziierungsvertrag mit der EU
- 21. Dezember: Der GUS treten folgende Staaten bei: Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan, und Usbekistan
- 21. Dezember: Turkmenistan wird Mitglied der GUS
- 22. Dezember: Kirgisistan tritt der GUS bei
- 23. Dezember: Guinea gibt sich eine neue Verfassung
- 23. Dezember: Kroatien wird von Deutschland anerkannt
- 23. Dezember: Neue, demokratische, Verfassung in Slowenien
- 24. Dezember: Burkina Faso. Blaise Compaoré wird zum Staatspräsident gewählt
- 24. Dezember: Russland bekommt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
- 25. Dezember: Der Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, tritt zurück
- 25. Dezember: Georgien wird durch die Auflösung der UdSSR staatlich unabhängig
- 26. Dezember: Offizielle Auflösung der Sowjetunion (UdSSR) durch die Abgeordneten des Obersten Sowjet. Nachfolgefragen regelt die Russische Föderation, kurz: Russland
- 31. Dezember: Letzter Sendetag des Deutschen Fernsehfunks, des früheren DDR-Fernsehen
- 31. Dezember: Anerkennung Kasachstans durch Deutschland
- Nach 27 Jahren finden in Sambia wieder Wahlen statt. Der seit 1964 regierende Kenneth Kaunda wird abgewählt
- Miguel Trovoada wird zum Präsidenten von São Tomé und Príncipe gewählt
- Die Schweiz führt als erster Staat der Erde ein landesweites System für das Recycling von Elektronikschrott ein

Kultur


- 19. März: Uraufführung der Oper The Death of Klinghoffer von John Adams in Brüssel
- Eröffnung des Ludwig Forum für Internationale Kunst
- Südböhmische Universität entsteht

Wissenschaft


- 15. Januar: Ringförmige Sonnenfinsternis in Australien und Neuseeland
- 11. Juli: Totale Sonnenfinsternis in Mittel- und Südamerika

Gesellschaft


- 14. Juni Frauenstreik

Katastrophen


- 1. Februar: Los Angeles, Kalifornien, USA. Eine Boeing 737 der USAir landete, während auf der selben Bahn noch eine Swearingen Metro der Skywest Airlines auf die Startfreigabe wartete. Bei dem Zusammenstoß starben 22 Passagiere der B737 und alle 12 Insassen der Metro. 65 Menschen überlebten. Ursache waren Koordinierungsfehler der Bodenkontrolle
- 5. Februar: Griechenland. Eine Lockheed C-130 der Griechischen Luftwaffe zerschellte an einem Berg. Alle 63 Insassen starben dabei
- 3. März: Colorado Springs, Colorado, USA. Absturz einer Boeing 737 der United Airlines beim Landeanflug. Alle 25 Menschen an Bord starben. Vermutliche Ursache: Fehlfunktion der Rudersteuerung
- 5. März: Nahe La Valesa, Venezuela. Auf dem Flug von Maracaibo nach Santa Barbara prallte eine Douglas DC-9 der Linea Aeropostal Venezolana (LAV) gegen einen Berg. Alle 43 Insassen starben
- 21. März: Al Mishab, Saudi-Arabien. Bei der Landung verunglückt eine Lockheed C-130 der Königlich Saudischen Luftwaffe, wobei 98 von 101 Menschen an Bord umkamen
- 23. März: Nawoi, Usbekistan. Eine aus Taschkent kommende Antonow An-24 der Aeroflot schoss bei der Landung über die Bahn hinaus und fing Feuer. Von 63 Passagieren kamen 34 ums Leben
- 5. April: Brunswick, Georgia, USA. Eine aus Atlanta kommende Embraer EMB 120 der Atlantic Southeast Airlines stürzte drei Kilometer vor der Landebahn ab. Alle 23 Insassen starben dabei. Ursache war eine fehlerhafte Steuerung der Propellerblätter am linken Motor
- 29. April: Patuakhali, Bangladesch. Eine starke Wasserhose auf dem Indischen Ozean löste eine gewaltige Flutwelle aus, die die Küstenregionen Bangladeschs zerstörte. 200.000 Tote und mindestens eine halbe Million Obdachlose forderte die Katastrophe
- 26. Mai: Bei einer Boeing 767 der Lauda Air schaltete sich nahe Bangkok durch einen Systemfehler im Steigflug die Schubumkehr beim linken Triebwerk ein. Dadurch stürzte die Maschine ab. Es kamen 213 Passagiere und 10 Crewmitglieder ums Leben
- 1. Juni: Ausbruch des Pinatubo, Philippinen. Etwa 1.000 Tote, 400.000 Obdachlose
- 11. Juli: Jeddah, Saudi-Arabien. Eine gecharterte Douglas DC-8 der kanadischen Nationair mit islamischen Pilgern auf dem Rückweg nach Nigeria stürzte kurz nach dem Start ab. Alle 261 Menschen an Bord starben. Grund waren beim Start in Brand geratene Reifen
- 8. August: Um 18.00 Uhr MESZ stürzt das bis heute höchste Bauwerk aller Zeiten, der 648 Meter hohe Sendemast des Langwellensenders in Konstantynów beim Austausch der Pardunen in der obersten Abspannebene ein
- 16. August: Imphal, Indien. Beim Anflug prallte eine aus Kalkutta kommende Boeing 737 der Indian Airlines gegen einen Hügel, weil der Pilot vom Landekurs abgewichen ist. Keiner der 69 Menschen überlebte
- 5. Oktober: Jakarta, Indonesien. Wegen eines Triebwerksbrandes stürzte eine Lockheed C-130 der Indonesischen Luftwaffe ab. Nur einer der 135 Insassen überlebte, am Boden starben zwei Personen
- 19. Oktober: Erdbeben der Stärke 7,0 in Indien, etwa 2.000 Tote
- 7. November: Nahe Machatschkala, Dagestan, Russland. Eine Jakowlew Jak-40 der Aeroflot stürzte in bergigem Gelände ab. Alle 34 Insassen kamen um
- 26. November: Bugulma, Tatarstan, Russland. Vermutlich wegen vereister Steuerflächen verunglückte eine Antonow An-24 der Aeroflot mit 41 Menschen beim Landeanflug. Niemand überlebte
- 16. Dezember: vor Safaga, Ägypten. Das ägyptische Fährschiff „Salem Express“ läuft auf ein Riff und sinkt. Über 700 Personen kommen ums Leben, etwa 200 können gerettet werden
- 22. Dezember: Heidelberg, Deutschland. Eine Douglas DC-3 der Classic Wings Airline kam während eines Rundflugs in Turbulenzen, streifte einen Hügel und stürzte ab. 28 der 32 Menschen an Bord starben

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 19. April: Evander Holyfield gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen George Foreman im Convention Center, Atlantic City, durch Sieg nach Punkten

Geboren


- 18. Januar: Katharina Bunk, deutsche Gedächtnissportlerin
- 17. FebruarBonnie Wright, britische Schauspielerin
- 4. April: Jamie Lynn Spears, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 17. April: Jakob von Metzler, Bankierssohn, Mordopfer († 2002)
- 24. Juni: Mark Ehrenfried, deutscher Pianist
- 12. JuliErik Per Sullivan, US-amerikanischer Schauspieler
- 21. August: Gion Stump, schweizer Musiker
- 9. Dezember: Prinz Joachim von Belgien, Sohn von Prinzessin Astrid von Belgien und Erzherzog Prinz Lorenz von Österreich-Este

Gestorben


- 1. Januar: Inga Gentzel, schwedische Leichtathletin und Olympionikin (
- 1908)
- 4. Januar: Leo Wright, US-amerikanischer Jazz-Klarinettist (
- 1933)
- 4. Januar: Richard Maibaum, US-amerikanischer Drehbuchautor (
- 1909)
- 6. Januar: Heinrich Dathe, deutscher Zoologe (
- 1910)
- 6. Januar: Ahmed Adnan Saygun, türkischer Komponist (
- 1907)
- 7. Januar: Josef Stroh, deutscher und österreichischer Fußballspieler (
- 1913)
- 11. Januar: Ladislav Alster, tschechoslowakischer Schachspieler und Schachjournalist (
- 1927)
- 11. Januar: Carl David Anderson, US-amerikanischer Physiker (
- 1905)
- 16. Januar: Heinz Rein, deutscher Schriftsteller (
- 1906)
- 17. Januar: Olav V., König von Norwegen (
- 1903)
- 17. Januar: Giacomo Manzù, italienischer Bildhauer, Grafiker und Zeichner (
- 1908)
- 19. Januar: Jean Mantelet, Unternehmer (
- 1900)
- 24. Januar: Karl Mark, österreichischer Politiker und Nationalratsabgeordneter (
- 1900)
- 28. Januar: Kurt Sowinetz, österreichischer Schauspieler (
- 1928)
- 29. Januar: Bruno Marek, Bürgermeister von Wien (
- 1900)
- 29. Januar: Inoue Yasushi, japanischer Schriftsteller (
- 1907)
- 30. Januar: Kurt Bittel, deutscher Archäologe (
- 1907)
- 30. Januar: John Bardeen, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger. (
- 1908)
- 5. Februar: Pedro Arrupe, spanischer Ordensgeneral (
- 1907)
- 6. Februar: Salvador Edward Luria, US-amerikanischer Mikrobiologe (
- 1912)
- 7. Februar: Otto Friedrich Bollnow, Philosoph, Pädagoge, Psychologe (
- 1903)
- 7. Februar: Otto Kuss, katholischer Theologe (
- 1905)
- 11. Februar: Alja Rachmanowa, russische Schriftstellerin (
- 1898)
- 13. Februar: Arno Breker, deutscher Bildhauer (
- 1900)
- 15. Februar: Alfred Gleisner, deutscher Politiker (
- 1908)
- 16. Februar: Max Strecker, deutscher Schauspieler (
- 1906)
- 17. Februar: Hans Thimig, österreichscher Schauspieler und Regisseur (
- 1900)
- 18. Februar: Renate Kern, deutsche Schlagersängerin (
- 1945)
- 21. Februar: Margot Fonteyn de Arias, britische Tänzerin (
- 1919)
- 24. Februar: Jean Rogers, Schauspielerin (
- 1916)
- 24. Februar: Webb Pierce, US-amerikanischer Country-Sänger (
- 1921)
- 26. Februar: Joseph Schoiswohl, österreichischer Bischof (
- 1901)
- 27. Februar: Robert Widlar, Pionier der Entwicklung analoger integrierter Schaltkreise (IC) (
- 1938)
- 2. März: Serge Gainsbourg, französischer Chansonnier (
- 1928)
- 8. März: Dezider Kardoš, tschechischer Komponist (
- 1914
- 12. März: Emmi Bonhoeffer, Ehefrau des Widerstandskämpfers Klaus Bonhoeffer (
- 1905)
- 12. März: William Heinesen, Bedeutendste Dichter der Färöer (
- 1900)
- 16. März: Trude Herr, deutsche Schauspielerin (
- 1927)
- 21. März: Walther Wüst, Kurator der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e. V. (
- 1901)
- 24. März: Kurt Gottschaldt, Vertreter der Gestaltpsychologie (
- 1902)
- 25. März: Marcel Lefebvre, katholischer Theologe und Kirchenpolitiker (
- 1905)
- 26. März: Herbert Dörner, deutscher Fußballspieler (
- 1930)
- 26. März: Jupp Schmitz, deutscher Unterhaltungskünstler, Schlager- und Krätzchensänger (
- 1901)
- 1. April: Martha Graham, US-amerikanische Tänzerin, Choreografin und Pädagogin (
- 1894)
- 1. April: Detlev Karsten Rohwedder, Manager und deutscher Politiker (
- 1932)
- 3. April: Graham Greene, britischer Schriftsteller (
- 1904)
- 4. April: Max Frisch, Schweizer Architekt und Schriftsteller (
- 1911)
- 4. April: Edmund Adamkiewicz, deutscher Fußballspieler (
- 1920)
- 4. April: Henry John Heinz III, US-amerikanischer Senator (
- 1938)
- 5. April: Friederike Mulert, deutsche Politikerin (
- 1896)
- 6. April: David Lean, britischer Filmregisseur (
- 1908)
- 6. April: Heinrich Draeger, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages (
- 1907)
- 9. April: Maurice Binder, US-amerikanischer Filmschaffender, Designer der James Bond-Vorspänne (
- 1925)
- 13. April: Ernst Bokon, österreichischer Fußballer (
- 1922)
- 16. April: Ernst Theodor Eichelbaum, deutscher Lehrer und Politiker (
- 1893)
- 18. April: Martin Hannett, Musikproduzent (
- 1948)
- 18. April: Austin Bradford Hill, britischer Wissenschaftler und Forscher (
- 1897)
- 19. April: Josef Wallner, deutscher Politiker (
- 1908)
- 20. April: Emmanuel Kiwanuka Nsubuga, Erzbischof von Kampala und Kardinal (
- 1914)
- 20. April: Rudolf Heberle, deutscher Soziologe (
- 1896)
- 20. April: Steve Marriott, britischer Rockmusiker (
- 1945)
- 21. April: Willi Boskovsky, österreichischer Geiger und Dirigent (
- 1909)
- 23. April: Johnny Thunders, New Yorker Punk-Musiker (
- 1952)
- 24. April: Werner Neumann, führender Bachforscher seiner Zeit (
- 1905)
- 25. April: Michael Kühnen, Anführer der deutschen Neo-Nazi-Bewegung (
- 1955)
- 26. April: Carmine Coppola, US-amerikanischer Musiker und Komponist (
- 1910)
- 27. April: Fritz Corterier, deutscher Politiker (
- 1906)
- 29. April: Ken Curtis, US-amerikanischer Sänger (
- 1916)
- 1. Mai: Richard Thorpe, US-amerikanischer Filmregisseur (
- 1896)
- 3. Mai: Jerzy Kosiński, US-amerikanischer Autor (
- 1933)
- 5. Mai: Hermann Kopf, deutscher Politiker (
- 1901)
- 7. Mai: Hans Bender (Psychologie), Psychologe und Arzt (
- 1907)
- 8. Mai: Jean Langlais, französischer Komponist und Organist (
- 1907)
- 8. Mai: Rudolf Serkin, Pianist (
- 1903)
- 13. Mai: Victor-Emanuel Preusker, deutscher Politiker und Bankier (
- 1913)
- 16. Mai: Herbert Schäfer, deutscher Fußballtrainer (
- 1927)
- 17. Mai: Tom Trana, Rallyefahrer (
- 1937)
- 18. Mai: Rudolf Nierlich, österreichischer Skirennläufer (
- 1966)
- 21. Mai: Rajiv Gandhi, indischer Premierminister (
- 1944)
- 23. Mai: Wilhelm Kempff, deutscher Pianist und Komponist (
- 1895)
- 25. Mai: Eberhard Werdin, deutscher Komponist (
- 1911)
- 30. Mai: Walter Dirks, Publizist, Schrftsteller und Journalist (
- 1901)
- 31. Mai: Hans Schwartz, deutscher Fußballspieler (
- 1913)
- 1. Juni: David Ruffin, US-amerikanischer Gospel- und Soulsänger (
- 1941)
- 1. Juni: Wolfgang Stegmüller, deutsch-österreichischer Philosoph (
- 1923)
- 3. Juni: Sergiu Samarian, rümänischer Schachspieler, Schachschriftsteller (
- 1923)
- 3. Juni: Katia Krafft, französische Vulkanologin (
- 1942)
- 3. Juni: Maurice Krafft, Vulkanologe (
- 1946)
- 5. Juni: Rudolf Vogel (Politiker), deutscher Politiker (
- 1906)
- 6. Juni: Stan Getz, US-amerikanischer Tenorsaxophon (
- 1927)
- 8. Juni: Heidi Brühl, deutsche Schauspielerin und Sängerin (
- 1942)
- 9. Juni: Claudio Arrau, chilenischer Pianist (
- 1903)
- 10. Juni: Vercors (Schriftsteller), Schriftsteller, Karikaturist (
- 1902)
- 13. Juni: Karl Bielig, deutscher Politiker und MdB (
- 1898)
- 14. Juni: Peggy Ashcroft, britische Schauspielerin (
- 1907)
- 14. Juni: Werner Kraft, deutscher Bibliothekar, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller (
- 1896)
- 15. Juni: Helga Brauer, deutsche Schlagersängerin (
- 1936)
- 15. Juni: William Arthur Lewis, britischer Nobelpreisträger und Ökonom (
- 1915)
- 16. Juni: Karl Krammig, deutscher Politiker
- 19. Juni: Jean Arthur, US-amerikanische Schauspielerin (
- 1900)
- 20. Juni: Max Lüthi, schweizerischer Literaturwissenschaftler und herausragender Märcheninterpret (
- 1909)
- 20. Juni: Michael Westphal, deutscher Tennisspieler (
- 1965)
- 21. Juni: Klaus Schwarzkopf, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher (
- 1922)
- 23. Juni: Michael Pfleghar, deutscher Regisseur (
- 1933)
- 24. Juni: Franz Hengsbach, römisch-katholischer Priester, Theologe, Bischof und Kardinal (
- 1910)
- 24. Juni: Rufino Tamayo, mexikanischer Maler (
- 1899)
- 27. Juni: Bertram Eugene Warren, US-amerikanischer Kristallograph (
- 1902)
- 28. Juni: Hans Nüsslein, deutscher Tennisspieler (
- 1910)
- 28. Juni: Nikolas Vogel, österreichischer Kameramann (
- 1967)
- 30. Juni: Aadriaan Cornelis van Leeuwen, niederländischer Komponist und Dirigent (
- 1887)
- 1. Juli: Joachim Kroll, deutscher Serienmörder (
- 1933)
- 1. Juli: Michael Landon, US-amerikanischer Schauspieler (
- 1936)
- 2. Juli: Lee Remick, US-amerikanische Schauspielerin (
- 1935)
- 3. Juli: Ernst Witt, deutscher Mathematiker (
- 1911)
- 9. Juli: José Salazar López, Erzbischof von Guadalajara und Kardinal (
- 1910)
- 12. Juli: Willi Schwabe, deutscher Schauspieler, Sänger und Moderator (
- 1915)
- Archiv für Preprints (auch e-prints oder eprints genannt) aus den Bereichen Physik, Mathematik, Informatik und Biologie.

Geschichte

Noch vor dem Aufkommen des Word Wide Webs hat 1991 Paul Ginsparg am Los Alamos National Laboratory (LANL) mit der Archivierung physikalischer Artikel begonnen. Die anderen Disziplinen kamen nach und nach hinzu. Zur Zeit wird das Archiv an der Cornell University betrieben und weltweit gespiegelt.

System

Veröffentlichungen werden ohne Begutachtung zur Archivierung akzeptiert. Seit 2004 ist das Ablegen von Artikeln auf dem System jedoch nur noch möglich, wenn dies durch einen bereits etablierten Autor gebilligt wird (endorsement), oder wenn ein Rechner einer vertrauenswürdigen Domain benutzt wird. Diese Hürde wurde notwendig, um Spam oder grobe Verfehlungen wissenschaftlichens Publizierens zu vermeiden.

Weblink

[http://arxiv.org Arxiv.org] Siehe auch: Wikipedia:Datenbanklinks, Fachdatenbank Kategorie:Archiv Kategorie:Informationssystem Kategorie:World Wide Web

Autor

Ein Autor (v. lat.: auctor = Urheber, Schöpfer, Förderer, Veranlasser) ist der Verfasser oder geistige Urheber eines Werkes. Dabei handelt es sich meist um Werke der Literatur im weitesten Sinn (Schriftsteller, Sachbuch-, Drehbuch-, Fernseh-, Opern- oder Bühnenautor). Seltener wird, mit einem deutlichen juristischen Beiklang, als Autor der Urheber eines Werkes der Musik, Kunst, Fotografie, Filmkunst verstanden (vgl. auch Softwareautoren, Gesetzesautoren).

Geschichte

Das Verständnis von Autorschaft ist geschichtlichen Veränderungen unterworfen. Im Mittelalter verweisen die Begriffe Autor und Autorität mit großer Selbstverständlichkeit aufeinander. Der Rechtssprache entstammend, bezeichnet auctor den 'Urheber', 'Verfasser' oder 'Sachwalter' eines Werkes. Dabei schließt die Wortbedeutung, anders als in der Neuzeit, grundsätzlich den Aspekt der Autorität (auctoritas) ein: Verfasser sind gemeint, die hohes Ansehen erworben und breite Anerkennung gefunden haben. Besonders die medialen Umbrüche von der Mündlichkeit zur Schrift und von der Handschrift zum Buchdruck förderten die Ablösung der Person des Autors und ihrer Autorität von ihrem (reproduzierbaren und vor Verfälschung zu schützenden) Werk, zunächst jedoch eher in Gattungen der theologischen und wissenschaftlichen Literatur. Erst seit der Genieästhetik des Sturm und Drang bildete sich ein Konzept des autonomen, schöpferischen, über sein Werk herrschenden belletristischen Autors heraus. Das 19. und 20. Jahrhundert bilden die Hochphase dieses emphatischen, idealisierten Autorbegriffs. Seit den 60er Jahren wurde Kritik an der Verabsolutierung der Autorpersönlichkeit laut (Roland Barthes, Michel Foucault). In Teilen der Literaturtheorie (Erzähltheorie) wird zwischen Autor und Erzähler unterschieden: Der Autor ist der Schreibende des Textes und der Erzähler der Erzählende der Geschichte und ist dabei eine vom Autor geschaffene Instanz. Der Begriff Autor wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Verfasser eingedeutscht.

Juristische Aspekte

Autorschaft umfasst in der Gegenwart ein Recht am geistigen Eigentum. Zum Schutz des Werkes dient das Urheberrecht.

Vergütung und Tantiemen

Im Januar 2005 einigen sich Belletristikverlage und der Verband deutscher Schriftsteller darauf, daß 10 Prozent vom Nettopreis jedes verkauften Hardcover-Exemplars künftig als Honorar an den Autor eines Buches fließen sollen. Für Taschenbücher gelten gesonderte Regelungen, bei bis zu 20000 verkauften Exemplaren erhalten die Autoren fünf Prozent. Der Erlös aus der Verwertung buchferner Nebenrechte geht zu 60 Prozent, der aus anderen Nebenrechten zur Hälfte an den Autor.

Verwertungsgesellschaft

Verwertungsgesellschaft für die Autoren verschiedener Sparten (Journalisten, Schriftsteller, Drehbuchautoren) ist die VG Wort. Sie verwertet - ähnlich der GEMA bei Musikstücken - die durch Aufführung, Sendung, Kopie und Publizierung entstandenen Tantiemen für die Autoren und schüttet die entstandenen Beträge einmal jährlich an die Autoren aus.

Zählung von Autoren

Vor allem bei wissenschaftlichen Publikationen kommt es immer häufiger vor, dass ein Werk mehrere Autoren und Koautoren aufweist. Um die Anzahl von Publikationen einer Person vergleichbar zu zählen, gibt es in der Bibliometrie verschiedene Zählweisen:
- Normale Zählweise (Eine Publikation zählt für jeden Autor unabhängig von der Anzahl der Autoren)
- Fraktionelle Zählweise (Anteilmäßige Aufteilung der Autorenschaft, beispielsweise jeweils ein Drittel bei drei Autoren)
- Logarithmische Zählweise (Der Anteil nimmt nach der genannten Reihenfolge der Autoren ab)
- Andere Gewichtung (zum Beispiel nur die ersten beiden Autoren)

Literatur


- Helmut Kreuzer: Der Autor, LiLi 42 (1981).
- Michel Foucault: Was ist ein Autor?, (zuerst frz. 1969) In: Ders: Schriften zur Literatur. Ffm. 1988, S. 7-31.
- Heinrich Bosse: Autorschaft ist Werkherrschaft - Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit, Paderborn 1981.
- Fotis Jannidis u.a. (Hrsg.): Texte zur Theorie der Autorschaft, Stuttgart: Reclam 2000. (Enthält Texte von u.a. Freud, Sartre, Booth, Barthes, Focault, Eco)

Siehe auch


- Belletristik
- Leser
- Textualität
- Liste der Listen mit Schriftstellern

Weblinks


- [http://www.edkomp.uni-muenchen.de/CD1/C/Autor-C-RL.html Roger Lüdeke: Autor (aus: Kompendium der Editionswissenschaften)]
- [http://iasl.uni-muenchen.de/discuss/lisforen/autor-inhalt.html Jannidis/Lauer/Martinez/Winko: Rede über den Autor an die Gebildeten unter seinen Verächtern: Historische Modelle und systematische Perspektiven] ! Kategorie:Kunst (Beruf) Kategorie:Urheberrecht ja:作家