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Zeitschrift
Zeitschriften sind Printmedien oder Elektronische Publikationen (Elektronische Zeitschrift), die in (regelmäßigen oder unregelmäßigen) Abständen in gleicher Form erscheinen. Oft wird auch der Begriff "Magazin" verwendet.
Im Gegensatz zu Zeitungen sind sie weniger auf Nachrichten, sondern mehr auf Hintergrundberichterstattung zu aktuellen Themen ausgelegt. Meist konzentriert sich eine Zeitschrift auf einen bestimmten Themenbereich. Auflagenstärkste Zeitschrift in Deutschland ist die ADAC Motorwelt, die Mitgliederzeitschrift des ADAC.
Definition
An einer allgemeinen Definition des Begriffs "Zeitschrift" ist die Kommunikationswissenschaft/Medienwissenschaft bisher trotz vielfältiger Versuche gescheitert. Im Gegensatz zu der Tageszeitung, die sich durch die Merkmale Periodizität, Publizität, Disponibilität, Aktualität und Universalität auszeichnet, gelten für die Zeitschrift zwar die ersten drei Merkmale, von den beiden letzteren aber meist nur höchstens eines. Da eine präzise Definition damit aber nicht möglich ist, greift man meistens darauf zurück, die Zeitschrift als periodische Presse, die aber keine Tageszeitung ist, zu bezeichnen. Nach Karl Salzmann (1954) gelten als Zeitschriften alle periodisch erscheinenden Druckschriften eines meist fachlich oder in der Darbietungsform begrenzten Inhalts, der nicht durch Nachrichten über das Tagesgeschehen bestimmt wird, sondern - bei aller Verfasservielfalt - das Wirken einer selbstgestellten Aufgabe erkennen lässt.
Einer der wichtigsten Zeitschriftentheoretiker war Walter Hagemann.
Gattungssystematik
Von der Wissenschaft wurde schon oft versucht, eine Zeitschriftensystematik, die einen Überblick über das breite Spektrum der Zeitschriftengattungen leisten soll, aufzustellen - von den vielen unterschiedlichen Ansätzen konnte sich bisher keiner durchsetzen. Meist werden die
- Publikumszeitschriften (die auflagen- und umsatzstärkste Gattung) von den
- Fachzeitschriften (die titelreichste Gattung) abgegrenzt. Dazu zählen u.a.
- Wissenschaftszeitschriften
- Literaturzeitschrift: Liste
Bezüglich der weiteren Einteilung differieren die Meinungen.
Oft genannte weitere Gattungen sind die
- Mitgliederzeitschriften,
- Kundenzeitschriften,
- Alternativzeitschriften und die
- konfessionellen Zeitschriften, auch
- Amtsblätter- und
- Anzeigenblätter sowie
- Offertenblätter werden oft dazugezählt.
Zur größten Gattung der Publikumszeitschriften gehören wiederum z. B.:
- Illustrierte
- Nachrichtenmagazine
- Wirtschaftsmagazine
- Fernsehzeitschriften
- Klassische Frauenzeitschriften (Mode, Wellness, Hochglanzmagazine etc.)
- Unterhaltende Frauenzeitschriften ('Yellow Press')
- Klassische Männermagazine
- Kinderzeitschriften (wie Bummi)
- Jugendzeitschriften (Bravo, Popcorn etc.)
- Rätselzeitschriften
- populärwissenschaftliche Zeitschriften
- Schwulenmagazine
- Satiremagazine
- Kulturzeitschriften
- Theater heute
- Stadtmagazine
Geschichte und Herkunft
Genauso variationsreich wie das heutige Zeitschriftenspektrum waren auch die Anfänge der Zeitschrift. Sie entwickelte sich aus den unterschiedlichsten Vorläufern: den Flug- und Streitschriften, Relationen und Messrelationen, Avisen und Chroniken. Die ersten bekannten Zeitschriften sind das erstmals im Januar 1665 in Paris erschienene „Journal des Sçavans“ und das die Londoner „Philosophical Transactions of the Royal Society“ aus dem selben Jahr. Der 1674 erstmals verlegte "Götter-Both Mercurius" gilt als erste deutsche Zeitschrift.
Wissenschaftliche Zeitschriften spielen eine fundamentale Rolle für den Fachdiskurs in den Wissenschaften.
Siehe auch
- Verlag, Verleger, Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V., Pressegeschichte, Filmzeitschrift
- Listen: deutschsprachige Zeitschriften, Verlage in Deutschland, Österreich und Schweiz, Abkürzungen von Zeitschriftentiteln, Chronologie deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften, Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften, Chronologie englischsprachiger Medien
Weblinks
- http://www.kaktusmagazin.ch | Kunstzeitschrift
- http://www1.ub.uni-siegen.de/buecher/zs00.htm Zeitschriften im Internet
Kategorie:Medien
!
Kategorie:Journalismus
ja:雑誌
ko:잡지
th:นิตยสาร
Elektronische PublikationenAls Elektronische Publikationen bezeichnet man Publikationen in Form von Elektronischen Medien, z.B. Computerspiele, digitale Nachschlagewerke und Online-Publikationen.
Als gemeinsames Merkmal von elektronischen Publikationen lässt sich feststellen, dass zu ihrer Nutzung ein Computer benötigt wird. Andere Publikationsformen wie Filme (DVD) und Musik (CDs, digitales Radio...), werden in der Regel nicht direkt als elektronische Publikationen bezeichnet, falls nicht die Verknüpfung verschiedener Medienformen (Multimedia) integraler Bestandteil ist.
Elektronische Publikationen werden entweder auf einem physikalischen Datenträger (Diskette, CD-ROM, DVD...) oder als über das Internet verfügbare Online-Publikation vertrieben. Auch Mischformen, bei denen zusätzliche Inhalte und Nutzungsformen über das Internet angeboten werden, kommen vor.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Printmedien u.A. weisen elektronische Publikationen in der Regel einen medienspezifischen Mehrwert in Form von Suchmöglichkeit, Interaktivität, Multimedia, Hypertext und Kopierbarkeit auf. Da die Produktion von elektronischen Publikationen sehr kostspielig sein kann und ihre Rezeption an Lesegeräte gebunden ist, haben sie sich (beispielsweise als e-Books) bisher nur in bestimmten Bereichen durchsetzen können. Auch die Möglichkeit des einfachen Kopierens ("Raubkopie") von digitaler Information ist für Verlage ein Problem.
Bereiche
Elektronische Publikationen haben sich bislang vorrangig in folgenden Bereichen durchsetzen können
- digitale Nachschlagewerke
- Lernsoftware, Infotaiment, Edutaiment (E-Learning), siehe auch Lernmedien.
- elektronische Zeitschriften und andere Periodika (elektronische Zeitschriften)
- Computerspiele
- Software
Langzeiterhaltung elektronischer Publikationen
Die Langzeiterhaltung elektronischer Publikation ist aufgrund der schnellen Entwicklung und Flüchtigkeit von Speichermedien und Software ein großes Problem. Im Gegensatz
zu Printmedien und Mikroform besitzen digitale Speichermedien in der Regel
nur eine begrenzte Haltbarkeit von etwa bis zu 50 Jahren. Doch auch die durch das
regelmäßige Überspielen auf neue Datenträger realisierbaren Archivierung der
Daten garantiert noch keine Langzeitverfügbarkeit. Während beschriebenes Papier auch
nach mehreren 100 bis 1000 Jahren lesbar ist, kann eine elektronische Publikation
schon nach 10 Jahren nicht mehr benutzbar sein, da die benötigten Computersysteme
und Datenformate veraltet sind. Eine wesentliche Aufgabe der Langzeiterhaltung
elektronische Publikationen ist deshalb die Konvertierung in neue Datenformate
und die Emulation veralteter Computersysteme. Hilfreich sind dabei offene, medienneutrale Datenformate wie XML.
Sammlung
Zur Sammlung und Archivierung elektronischer Publikationen werden Dokumentenserver aufgebaut. Im Rahmen ihres Sammelauftrages ist die Deutsche Bibliothek auch bestrebt, elektronische Publikationen zu sammeln und für die Nachwelt zu erhalten. Einen Anfang machen in elektronischer Form vorliegende Dissertationen, für die im Rahmen des DFG-Projektes DissOnline Strategien entwickelt wurden und die ab 1998 in der deutschen Nationalbibliografie verzeichnet werden.
- http://deposit.ddb.de/ - Archivserver der Deutschen Bibliothek
- http://deposit.ddb.de/netzpub/web_langzeiterhaltung_ep.htm - Langzeiterhaltung elektronischer Publikationen
- http://www.kb.nl/coop/nedlib/ - NEDLIB (1998-2000)
Mehrere andere Nationalbibliotheken und andere Einrichtungen experimentieren
zur Zeit mit automatischen "Harvesting"-Verfahren zu Archivierung von Ausschnitten
des Internets, spezielle des World Wide Web. Am bekanntesten ist das
Internet Archive. Eine solche Sammlung kann jedoch immer nur aus
Schnappschüssen ohne weitere Erschließung bestehen.
siehe auch
Elektronische Zeitschrift, Netzpublikation, Digital Object Identifier
Kategorie:Medien
Elektronische ZeitschriftEine Elektronische Zeitschrift (auch E-Journal) ist eine Zeitschrift, die als Netzpublikation (seltener auch auf einem Datenträger, dann Diskmag genannt) publiziert wird. Elektronische Zeitschriften spielen vor allem bei den wissenschaftlichen Zeitschriften eine zunehmende Rolle.
Als wesentliches Merkmal einer elektronischen Zeitschrift gilt, dass ihre Artikel im Volltext enthalten sind. Eine Zeitschrift, die eine Homepage besitzt, auf der lediglich auf die Printausgabe verwiesen wird, ist daher noch keine elektronische Zeitschrift. Wie bei herkömmlichen Zeitschriften gehören zu einer elektronischen Zeitschrift auch eine Redaktion, ein Herausgeber (in der Regel ein Verlag) und Autoren.
Formen
Da die meisten Leser auch heute noch gedruckte Artikel bevorzugen, handelt es sich bei der Mehrzahl elektronischer Zeitschriften um Onlineversionen einer gedruckten Ausgabe. Reine Online-Zeitschriften sind deutlich seltener, im Bereich der wissenschaftlichen Zeitschriften machen sie etwa 10-15% aus. Aufgrund der entfallenen Druck- und Vertriebskosten können elektronische Zeitschriften kostenlos zugänglich gemacht werden, falls die für ihre Erstellung beteiligten Personen aus anderen Quellen bezahlt werden oder freiwillig arbeiten.
Im Gegensatz zu gedruckten Zeitschriften können kommerzielle elektronische Zeitschriften in der Regel nicht gekauft, sondern es kann nur über einen Lizenzvertrag ein Nutzungsrecht erworben werden. Aufgrund der steigenden Zeitschriftenpreise schließen sich viele Bibliotheken zu Konsortien zusammen, die mit den Verlagen Konsortialverträge aushandeln.
Bekannte wissenschaftliche Zeitschriftenverlage sind unter anderem der Springer-Verlag und Elsevier.
Neue Publikationsmodelle
Aufgrund der neuen Möglichkeiten des Online-Mediums und der Preispolitik der Verlage (der sogenannten Zeitschriftenkrise) sind in den vergangenen Jahren neue Publikationsformen entstanden. Gefordert wird unter anderem eine Freigabe aller publizierten Artikel nach einem gewissen Zeitraum bis hin zu einer vollständigen Abschaffung der Verlage als Vermittler zwischen Autor und Leser. Die Open-Access-Bewegung (siehe etwa Budapest Open Access Initiative, Berliner Erklärung) fordert, dass die Zeitschriftenliteratur mittels self-archiving und Gründung neuer freier E-Journale zugänglich sein soll. Self-archiving heißt: Auf Eprint-Servern stellen Wissenschaftler ihre Artikel vor ("Preprint") oder nach ("Postprint") einer Zeitschriftenveröffentlichung online zur Verfügung. Verschiedene Geschäftsmodelle erproben Antworten auf die offene Frage, wie die administrativen Kosten der Erstellung einer Zeitschrift verteilt werden sollen.
Siehe auch
- Open Archives Initiative, Open Access, Elektronische Publikationen, Fachzeitschrift
- :Kategorie:Online-Magazin
Literatur
- Keller, Alice: Elektronische Zeitschriften: Entwicklungen in den verschiedenen Wissenschaftszweigen. In: zeitenblicke 2 (2003), Nr. 2, Wohin führt der Weg? Historische Fachzeitschriften im elektronischen Zeitalter (Herausgeber dieser Ausgabe: Gudrun Gersmann und Matthias Schnettger) http://www.zeitenblicke.historicum.net/2003/02/keller.htm
- Eine Sammlung von Online-Literatur (u.a. aus Elektronischen Zeitschriften) zum Elektronischen Publizieren, Online-Zeitschriften und OpenAccess findet sich hier: http://wiki.pruefung.net/Wiki/OpenAccess
- Eine Linkliste zu Publikationen und Vorträgen zum Thema Elektronische Zeitschriften und Konsortien bietet das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) [http://titan.bsz-bw.de/cms/service/digibib/links/e-journals]
Weblinks
- Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek [http://rzblx1.uni-regensburg.de/ezeit/] ist ist ein kooperativer Service von mehr als 200 Bibliotheken mit dem Ziel, ihren Nutzern einen einfachen und komfortablen Zugang zu elektronisch erscheinenden wissenschaftlichen Zeitschriften zu bieten.
- In der Zeitschriftendatenbank [http://www.zdb-opac.de] sind neben gedruckten Zeitschriften auch elektronische Zeitschriften aufgeführt.
- In dem Directory of Open Access Journals [http://www.doaj.org] sind elektronische Zeitschriften aufgeführt, die frei zugänglich sind (siehe auch Open Access).
- Umfangreiche Informationen zu Elektronischen Zeitschriften bietet das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) [http://titan.bsz-bw.de/cms/service/digibib/links/e-journals]
Beispiele reiner Online-Magazine
- Einseitig.info[http://www.einseitig.info]
- Die Gegenwart[http://www.diegegenwart.de]
- [http://www.lhbr.net LHBR - LetHereBeRock]
- Youthguide[http://www.youthguide.ch]
Kategorie:Medien
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MagazinDas Wort Magazin bezeichnet:
- allgemein einen Lagerraum, siehe Lager (Wirtschaft)
- die Lagerung von Büchern in Bibliotheken, siehe Bibliotheksmagazin
- einen an einer Feuerwaffe angebrachten Behälter mit Munition
- ein journalistisches Produkt mit mehreren Beiträgen:
- eine Zeitschrift oder (seltener) Zeitung
- eine Magazinsendung im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen)
Das Magazin ist der Name für:
- eine weit verbreitete Wochenendbeilage in der Schweiz, siehe Das Magazin (Schweiz)
- eine Unterhaltungszeitschrift, die vor allem in Ostdeutschland bekannt ist, siehe Das Magazin (Deutschland)
ZeitungDas Wort Zeitung war ursprünglich der Begriff für die beliebige Nachricht, veränderte sich jedoch während des 17. und 18. Jahrhunderts in seiner Bedeutung und wurde zu einem Nachrichtenblatt.
Geschichte der Zeitung
Ursprünge
Mit dem Druckmarkt waren im späten 15. Jahrhundert Einblattdrucke aufgekommen - mit Holzschnitten illustrierte, einseitig bedruckte Zettel (mehr dazu im Aufsatz Flugblatt). „Newe Zeitung von …“ – Neue Nachricht über … – verkündete regulär die Titelzeile, was im Handel mit Zeitungen den Eindruck davon, wofür das Wort stand, auf Dauer verschob: Zeitung, so die Wahrnehmung der Zeitungsleser des 17. und 18. Jahrhunderts, war das mit Nachrichten bedruckte Blatt, das seit dem 17. Jahrhundert in den meisten größeren Städten Westeuropas drei Mal wöchentlich Nachrichten aus aller Welt kolportierte.
Neben den Flugblättern sind ab dem 15. Jahrhundert sog. Flugschriften nachweisbar, die sich bereits stärker um Objektivität und fundierte Nachrichten bemühten (siehe auch hierzu mehr im Kapitel "Flugblatt").
Erste Zeitungen
Der Begriff „Zeitung“ tauchte als „zidunge“ mit der Bedeutung „Kunde“ oder „Nachricht“ im Raum Köln bereits am Anfang des 14. Jahrhunderts auf. Die Pressegeschichte im weiteren Sinne reicht zurück bis zu den Kaufmannsbriefen, die seit 1380 nachweisbar erschienen. Die erste gedruckte Ausgabe namens [http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/relation1609 Relation aller Fuernemmen und gedenckwuerdigen Historien] (häufig in der Forschung auch nur als "Relation bezeichnet) erscheint vermutlich Mitte des Jahres 1605 in Straßburg im Elsaß. Gegründet wurde sie von Johann Carolus und erschien wahrscheinlich wöchentlich.
Ein indirekter Hinweis dafür ist die auf den Oktober 1605 datierte Eingabe des Herausgebers an den Straßburger Stadtrat, in der er um Schutz vor skrupellosen Kopisten ersucht. Er schreibt, nachdem er jetzt das zwöhlffte Mahl Woche für Woche ein gedrucktes Blatt herausgebracht habe, benötige er Unterstützung bei der Abwehr der Raubdrucker. Rückgerechnet muß die erste Ausgabe also im Juli 1605 erschienen sein. Die älteste erhaltene Ausgabe dieser Zeitung stammt jedoch aus dem Jahre 1609.
Raubdruck vom 21. Mai 1799 zum Kampf von österreichischen und französischen Truppen in der Schweiz ]]
Im Jahr 1650 erscheint in Leipzig mit den Einkommenden Zeitungen zum ersten Mal eine Tageszeitung mit sechs Ausgaben pro Woche. Die älteste noch erscheinende Zeitung ist die seit 1645 in Schweden erscheinende Post-och Inrikes Tidningar.
Die Tageszeitung blieb eine Ausnahme, ihre interessanteste Funktion gewann sie vor dem 19. Jahrhundert mit der seit 1702 in London erscheinenden Daily Courant, dem Blatt, das die Funktionen des Veranstaltungskalenders der Großstadt übernahm (in kleineren Städten wurden die lokalen Veranstaltungen rascher durch den Ausruf vermeldet).
Wochenzeitungen ergänzen den von Tageszeitungen beherrschten Markt. Definitionskriterium der Zeitung ist dabei weniger ihr Erscheinungsrhythmus als ihr physisches Erscheinungsbild: Zeitungen pflegen auf speziellem minderwertigem Zeitungspapier in ineinandergelegter ungebunden bleibenden Bögen zu erscheinen – ein Kriterium, das mit neueren Projekten wie der [http://www.netzeitung.de Netzeitung] sich im Moment relativiert.
Die Inhalte werden mit journalistischen Stilmitteln präsentiert und sind vorwiegend unbegrenzt, meldungsaktuell und allgemein gesellschaftlich, jedoch nicht fachlich oder beruflich bestimmt.
Eine Zeitung ist im Gegensatz zur Zeitschrift ein dem Tagesgeschehen verpflichtetes Presseorgan und gliedert sich meist in mehrere inhaltliche Teile wie Politik, Lokales, Wirtschaft, Sport, Feuilleton und Immobilien. Die einzelnen Segmente einer Zeitung heißen Bücher.
Zeitungen bestehen inhaltlich aus dem so genannten redaktionellen Teil, der durch die Redaktion oder einzelne Autoren verantwortet wird, und dem Anzeigenteil. Anzeigen werden in ihrem Inhalt von demjenigen verantwortet, der die Anzeige „schaltet“, d.h. bei der Anzeigenredaktion aufliefert und für ihr Erscheinen bezahlt. Der Verlag kann bestimmte Anzeigen dagegen auch ablehnen. Die Anzeigenpreise richten sich vor allem nach der Auflagenhöhe der jeweiligen Zeitung.
Zeitungen in den 20er Jahren
Die große Zeit der Zeitungen war vor der Erfindung des Radios, als Verlagsobjekte aus den Berliner Mosse-, Scherl- und Ullstein-Verlagen teilweise viermal am Tag erschienen: Morgenausgabe, Mittagsausgabe, Abendausgabe, Nachtausgabe. Die weltweit schnellsten Zeitungs-Rotationspressen standen damals an der Spree.
Die reiche Zeitungskultur der Zwanziger Jahre wurde neben den Neuen Medien Radio und Fernsehen in Deutschland auch durch Konzentrationsprozesse (Hugenberg-Konzern) und so genannte Arisierungen (Amann-Verlag) während der Zeit des Dritten Reiches ab- und aufgelöst.
Konzentrationsprozesse und Zusammenschlüsse der Presse halten aus meist wirtschaftlichen Gründen bis heute an (Mantelzeitungen).
Seit Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ergänzen viele Zeitungsverlage ihre gedruckten Ausgaben durch Internet-Präsenzen, andere nutzen die Neuen Medien mehr oder weniger geschickt zur Cross Promotion.
Heutige Einteilung
- Erscheinungsweise
- Tageszeitung
- Wochenzeitung
- Sonderausgabe
- Verbreitungsgebiet
- Stadtteilzeitung (meist von Bürgerinitiativen erstellt)
- Lokalblatt (häufig als Anzeigenblatt)
- Regionalzeitung
- überregionale Zeitung
- Vertriebsart
- Abonnementzeitung (durch Zusteller oder per Post)
- Boulevardzeitung (Straßenverkauf)
- Anzeigenblatt (wird kostenlos an alle Haushalte verteilt)
- Offertenblatt (wird über den Pressevertrieb vertrieben)
- Mitgliederzeitung (wird kostenlos oder gegen Kosten an Verbands-, Vereins- bzw. Parteimitglieder verteilt)
- Firmenzeitung (Herausgeber ist meist die PR-Abteilung des Unternehmens oder eine separate Abteilung für die unternehmensinterne Kommunikation)
- Betriebszeitung (DDR)
- Kiosk
- Pressevertrieb (Presse-Großhandel)
- Zeitungsantiquariat (Lieferung alter Zeitungen für Museen, Archive, als Filmrequisiten oder als Geschenke)
- Pendlerzeitung (kostenlose, durch Werbung finanzierte, Zeitungen die an Bahnhöfen, Tram- oder Bussstationen verteilt werden)
- Spezielle Zeitungsformen
- Schülerzeitung
- Abiturzeitung
- Studentenzeitung
- Parteizeitung
- Kirchenzeitung
- Hochzeitszeitung
- Amtsblatt
- Berufsgruppenzeitung
- Unternehmens- oder Beriebszeitung (Betriebs- oder Unternehmensinterne Zeitung)
Ausstellungen zum Jubiläumsjahr
- [http://www.400-jahre-zeitung.de/ 400 Jahre Zeitung], 10. Juli bis 30. Dezember 2005 im Gutenberg-Museum, Mainz
- [http://www.gutenberg-museum.de/index.php?eventid_te=4&aktion=anzeige_aktuelles&pagev=2/ Gutenberg-Museum], 10. Juli bis 30. Dezember 2005 im Gutenberg-Museum, Mitarbeiter, Termine etc. des Gutenberg-Museums, begleitend zur Ausstellung in Mainz
- [http://idw-online.de/pages/de/news114534 Das Neueste von gestern … 400 Jahre Zeitungsgeschichte in Bremen und Nordwestdeutschland], bis 23. Juni 2005 in der Bremer Bürgerschaft, danach in Oldenburg in Oldenburg und Hamburg
Siehe auch
- Chronologie deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Liste deutscher Zeitungen, Liste von Zeitungen
- Chronologie englischsprachiger Medien
- Pressegeschichte, Antiquarische Zeitung, Fuggerzeitungen, Newe Zeytung
- Zeitungsformate
- Journalist, Journalistische Darstellungsformen
- Verlag, Verleger, Liste von Verlagen in Deutschland, Österreich und Schweiz
- Zeitschrift, Gazette, Magazin
- Zeitungsmuseum, Zeitungsantiquariat
Literatur
- Jürgen Heinrich: Medienökonomie, Bd.1, Mediensystem, Zeitung, Zeitschrift, Anzeigenblatt. 2001 (ISBN 3531326368)
- Stefan Hartwig: Deutschsprachige Medien im Ausland - fremdsprachige Medien in Deutschland. 2003. (ISBN 3825854191)
- Werner Faulstich: Grundwissen Medien. 2004
- Werner Faulstich: Medien zwischen Herrschaft und Revolte. Die Medienkultur der frühen Neuzeit (1400-1700), Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1998 (Die Geschichte der Medien, Bd. 3).
- Thomas Schröder: Die ersten Zeitungen. Textgestaltung und Nachrichtenauswahl. Tübingen: Gunter Narr 1995.
Weblinks
- [http://www.newspaperindex.com/de/ Deutsche und Internationale Zeitungen Übersicht]
- [http://anno.onb.ac.at/ ANNO AustriaN Newspapers Online]
- [http://www.compactmemory.de/ Compact Memory] Jüdische Zeitungen des 18.–20. Jahrhunderts.
- [http://www1.uni-bremen.de/~pressfor/ Institut für Deutsche Presseforschung an der Universität Bremen]
- [http://www.gutenberg-museum.de/index.php?id=126 Jubiläumsausstellung anlässlich des 400. Geburtstags der Zeitung im Gutenberg-Museum Mainz, 10.7-30.12.2005]
- [http://www.zeitungs-museum.de Stiftung Deutsches Zeitungsmuseum]
- [http://www.zeitungsforschung.de Institut für Zeitungsforschung, Dortmund]
!Zeitung
Kategorie:Journalismus
Kategorie:Papierprodukt
ja:新聞
simple:Newspaper
ThemaEin Thema (von griech.: théma, lat.: thema = Behauptung, Ausspruch) bezeichnet
- in der Musik der Hauptteil, dessen Ideen oder Harmoniefolgen in Improvisationen oder weiteren Teilen ausgearbeitet, paraphrasiert Paraphrase oder imitiert werden, siehe Thema (Musik)
- in der Literatur den Gegenstand bzw. den Grundgedanken z.B. einer schriftlichen Arbeit oder eines literarischen Werkes (auch sujet genannt), siehe: Thema (Literatur)
- ein Gesprächsthema; bei Gesprächsgruppen, die sich an der Themenzentrierten Interaktion orientieren ein gemeinsamer Fokus, der individuelle Bedürfnisse, das Miteinander, das Umfeld und die gemeinsame Aufgabe umfasst.
- im byzantinischen Reich einen militärisch-zivilen Verwaltungsdistrikt. Siehe Thema (byzantinische Verwaltung), auch Themenverfassung genannt.
- im Unterschied zum Rhema in einem Satz das, worüber etwas gesagt wird. Das Rhema ist das, was über das Thema gesagt wird (vgl. Thema-Rhema-Gliederung)
- eine Thematik.
Weblinks
Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report]
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht zumeist aus Braunerden, im Osten teils auch aus Schwarzerden und wird intensivst landwirtschaftlich genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau.
Insgesamt werden 53,5 % der deutschen Fläche landwirtschaftlich genutzt, Wälder bedecken weitere 29,5 %. Aufgrund hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Staatsorganisation
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Bundesratspräsident, der gemäß dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).
Bundesregierung
Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung
Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Parteien]
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.
Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Hauptsitz in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formelle und materielle Rechtmäßigkeit.
Siehe auch: Grundgesetz
Bundesländer
Parteienlandschaft
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vor allem Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahme Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten.
Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden beide Parteien im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisationen seit 1863, und ist damit die älteste bis heute existierende politische Partei Deutschlands. Sie hat die Tradition der Sozialdemokratie begründet. Nach Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie 1945 wiedergegründet. Sie versteht sich seit ihrem Godesberger Programm von 1959 auch offiziell nicht mehr nur als Arbeiterpartei, sondern als eine Volkspartei, die für breite Schichten wählbar sein will. Ihr Bekenntnis lautet „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet und beruft sich in ihrem Selbstverständnis auf die Tradition des deutschen Liberalismus, der sich bereits 1861 mit der Deutschen Fortschrittspartei in Preußen als erste politische Partei Deutschlands im heute verstandenen Sinn organisiert hatte, sich wenige Jahre darauf jedoch in sich gegeneinander konkurrierende unterschiedliche Parteien aufgespalten hatte. Die moderne FDP steht insbesondere in Wirtschafts-, aber auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen, sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates - insbesondere bei wirtschaftlichen Belangen. Sie war mit insgesamt 42 Jahren am längsten als kleinerer Koalitionspartner sowohl der CDU/CSU als auch der SPD an der Regierungsverantwortung der Bundesrepublik beteiligt.
Die Grünen entstanden als bundesweite Partei 1979/80 aus den damals neuen sozialen Bewegungen, beispielsweise der modernen Frauenbewegung, der Friedens- und der Ökologiebewegung der 1970er Jahre. 1983 zogen sie erstmals in den Bundestag ein. 1990 schlossen sie sich mit der ostdeutschen Bürgerbewegung Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen zusammen.
Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) war die Rechtsnachfolgerin der in der DDR allein herrschenden SED. Inhaltlich beruft sich die Partei auf sozialistische Ideale, und steht im Parteienspektrum des Bundestags links von der SPD. Bedeutendere Wahlerfolge für die PDS blieben zunächst auf Ostdeutschland beschränkt. 2005 wurde aus Protest gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) auf Initiative von Gewerkschaftern und enttäuschten vormaligen SPD-Mitgliedern gegründet. Für die Bundestagswahl 2005 öffnete die PDS ihre Listen für WASG-Mitglieder. Aus diesem Grund hat sich die PDS inzwischen in Die Linkspartei. umbenannt. Beide Parteien streben eine Vereinigung an.
Rechtsextreme Parteien waren, von der Deutschen Reichspartei im Ersten Bundestag (1949–1953) abgesehen, nie im deutschen Bundestag vertreten, konnten aber auf Landesebene zeitweise in Parlamente einziehen. Eine relative Blütezeit erlebten sie Ende der 1960er und seit der Wiedervereinigung. Parteien dieser Richtung sind Die Republikaner, die Deutsche Volksunion (DVU) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Es gibt zahlreiche regionale Parteien und „Splitterparteien“, deren politischer Einfluss auf Bundesebene aber durch die Sperrklausel der 5%-Hürde in der Regel auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt ist. Die Ausnahmeregelung, über Direktmandate in den Bundestag einzuziehen, ist für diese ebenso fast unmöglich. Im Landtag von Schleswig-Holstein ist jedoch aufgrund einer Sonderregelung für die dänische Minderheit der Südschleswigsche Wählerverband gesetzlich garantiert vertreten.
In der Geschichte der Bundesrepublik gab es mehrere Parteiverbote, gegen die rechtsradikale SRP 1952 und gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956. Ein Verbotsantrag gegen die NPD scheiterte 2004 unter anderem wegen Versagens des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Nahezu allen einflussreichen Parteien stehen – mehr oder weniger selbständig – Jugendorganisationen zur Seite. Die wichtigsten sind die Junge Union (CDU/CSU), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), die Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen) sowie ['solid] (Die Linkspartei.).
Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland, Geschichte der Parteien in Deutschland, Politisches Spektrum, Bundestagswahl 2005
Außenpolitik
Die wichtigsten Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den Grundstein für die heutige Europäische Union. Zentraler Aspekt für die Sicherheitspolitik und Ausdruck der Westbindung ist die Mitgliedschaft in der NATO, der die Bundesrepublik 1955 beitrat.
Während des Kalten Kriegs war der Spielraum deutscher Außenpolitik begrenzt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht in Frage. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr an Angriffskriegen nicht beteiligen, ihre Aufgabe besteht lediglich in der Landes- und Bündnisverteidigung. Durch die von Deutschland initiierte Ostpolitik unter der Devise Wandel durch Annäherung, die zunächst von wichtigen Verbündeten sehr skeptisch betrachtet wurde, konnten dennoch eigenständige politische Akzente gesetzt werden. Später wurde diese Politik als erfolgreich angesehen.
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seine außenpolitischen Grundsätze erweitert und einen Weg zu größerer internationaler Verantwortung eingeschlagen. So nimmt die Bundeswehr seit 1991 mit Zustimmung des Bundestages und zusammen mit verbündeten Armeen an verschiedenen friedenserhaltenden und -erzwingenden Einsätzen auch außerhalb Deutschlands und des Territoriums der Nato-Verbündeten teil (Out-Of-Area-Einsätze).
Traditionell spielt Deutschland zusammen mit Frankreich eine führende Rolle in der Europäischen Union. Deutschland treibt die Bemühungen voran, über die Wirtschafts- und Währungsunion hinaus ein einheitliches und wirkungsvolles System der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu schaffen. Weitere außenpolitische Ziele sind die Verwirklichung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz sowie die weltweite Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs. Bedeutendes Interesse hat Deutschland auch an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts. Aufgrund der schwierigen Materie und den Begrenzungen deutscher Politik besteht der Beitrag vor allem in der Bereitstellung informeller Kontaktmöglichkeiten zwischen den beteiligten Parteien. Die Bundesregierung lehnte den Irak-Krieg 2003 ab, da sie die Existenz von Massenvernichtungswaffen bezweifelte, eine diplomatische Lösung bevorzugte und um erhebliche Gefahren für die politische Stabilität des gesamten als fragil eingestuften Raumes fürchtete. Dafür wurde sie von wichtigen Verbündeten stark kritisiert. Zusammen mit den Verbündeten Großbritannien und Frankreich bemüht sich die Bundesrepublik, den Iran im Dialog dazu zu bewegen, auf die Weiterführung seines Atomprogramms zu verzichten. Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Durchsetzung dieses Zieles wird jedoch aufgrund des Widerstands anderer, teils verbündeter Staaten erschwert und hat nur geringe Aussicht auf Erfolg. So würden zwar Frankreich und Großbritannien die G4 Staaten (Deutschland, Indien, Japan und Brasilien) grundsätzlich unterstützen; jedoch fehlt Deutschland die Zustimmung der USA, so wie Japans Beitritt durch China blockiert wird.
Militär
Vereinten Nationen
Vereinten Nationen]
Hauptartikel: Bundeswehr
Nach ihrer Gründung 1949 hatte die Bundesrepublik Deutschland zunächst keine eigenen Streitkräfte. Unter dem Eindruck des Koreakrieges und der als aggressiv empfundenen sowjetischen Politik in Osteuropa trat die Bundesrepublik 1955 der NATO bei und stellte Streitkräfte auf. Nach der Wiedervereinigung wurden Teile der Nationalen Volksarmee der DDR in diese Streitkräfte eingegliedert.
Die als Bundeswehr bezeichnete militärische Gesamtorganisation besteht aus den Streitkräften und ihrer Verwaltung. Die Streitkräfte gliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine und die unterstützenden Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst.
In der Bundeswehr dienten im April 2005 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. Seit 2001 haben auch Frauen uneingeschränkten Zugang zum Dienst in den Streitkräften. Ihr Anteil beträgt 6,2 % der Soldaten (Stand 2005). Die Bundesrepublik Deutschland gab im Jahr 2004 24,4 Mrd. Euro für die Bundeswehr aus, womit sie im internationalen Vergleich nach absoluten Ausgaben den sechsten Platz und im Vergleich zum jeweiligen BIP einen Platz im letzten Drittel der NATO belegt. Das wird von einigen als zu wenig angesehen, vor allem, da die Bundeswehr sich nach dem Kalten Krieg auf erheblich veränderte Aufgaben einstellen muss.
Auf dem US-Stützpunkt Ramstein und dem Luftwaffenstützpunkt Büchel (in Rheinland-Pfalz) sind heute noch 65 US-amerikanische Wasserstoffbomben stationiert, an deren Einsatzplanung Deutschland im Rahmen der nuklearen Teilhabe beteiligt ist.
Geschichte
Der Hauptartikel Geschichte Deutschlands vermittelt einen detaillierten Überblick. Zum mittelalterlichen Deutschland siehe Deutschland im Mittelalter. Für die Entwicklung der neuen deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg siehe die Artikel Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Geschichte der DDR.
Frühgeschichte und Antike
Geschichte der DDR
Die ältesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind etwa 700.000 Jahre alt, seit rund 500.000 Jahren geht man von einer dauerhaften Besiedlung aus. In Deutschland existieren bedeutende Fundstätten aus der Urzeit: Nach dem Neanderthal in Mettmann ist der frühe menschliche Vertreter der Gattung Homo sapiens neanderthalensis, dem Neanderthaler, benannt. Diese wurden vor etwa 40.000 Jahren von dem zugewanderten Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen, verdrängt. In der Jungsteinzeit entwickelten sich Ackerbau, Viehzucht und feste Siedlungsplätze. Aus dieser Zeit sind einige bedeutende kulturelle Funde erhalten, etwa die Venus von Willendorf und die Himmelsscheibe von Nebra, die darauf deutet, dass schon um 2000 vor Christus in dieser Region Astronomie betrieben wurde.
Erste schriftliche Erwähnung finden keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römern in der vorchristlichen Zeit. Um 500 vor Christus war das heutige Süddeutschland keltisch und das heutige Norddeutschland germanisch besiedelt. Die Germanen wanderten im Laufe der Jahrhunderte südwärts, so dass um Christi Geburt die Donau die ungefähre Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen war. Sprachforscher vermuten, dass viele Merkmale süddeutscher Dialekte auf keltischen Einfluss zurückgehen. Von 58 v. Chr. bis etwa 455 n. Chr. gehörten die Gebiete links des Rheins sowie südlich der Donau zum Römischen Reich, von etwa 80 bis 260 n. Chr. auch der größte Teil des heutigen Baden-Württemberg südlich des Limes. Die Gebiete im heutigen Deutschland verteilten sich auf die Provinzen Germania Superior, Germania Inferior und Raetia. In diesem Gebiet gründeten die Römer viele Legionslager, die sich später zu Städten entwickelten. Wichtigste Städte zu römischer Zeit waren Köln, Trier (die älteste Stadt Deutschlands) und Augsburg. Zur Sicherung der Grenzen siedelten die Römer befreundete germanische Stämme in den Provinzen an. Außerdem wanderten Siedler aus anderen Teilen des Römischen Reiches, insbesondere aus Italien, ein und wurden westlich des Rheins und südlich der Donau sesshaft. Weitreichende Neuerungen, die auch das deutsche Vokabular beeinflussten, führten die Römer insbesondere in Hausbau, Handwerk, Wein- und Ackerbau sowie Verwaltung und Militär ein. Eine erste Geschichte Gesamtgermaniens verfasste der römische Schreiber Tacitus im Jahr 98.
Völkerwanderung und Frühmittelalter
98
Nach dem Einfall der Hunnen 375 und zeitgleich mit dem Niedergang Westroms ab 395 setzte die Völkerwanderung ein, in deren Verlauf die germanischen Stämme immer weiter nach Südwesten zogen. In die fast menschenleeren Gebiete des heutigen Ostdeutschland wanderten im 7. Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Weite Teile der Bevölkerung der heutigen ostdeutschen Bundesländer waren daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Erst im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung wurden sie assimiliert und akkulturiert. Der Hauptteil West- und Mitteleuropas wurde vom Frankenreich eingenommen, das heutige Norddeutschland wurde von den Sachsen beherrscht.
Nach der blutigen Unterwerfung und Zwangsmissionierung der Sachsen erstreckte sich das Frankenreich bis zur Nordsee, der Elbe und dem heutigen Österreich. Auf dem Höhepunkt der fränkischen Macht stellte Karl der Große einen Anspruch auf die Führungsmacht in Europa. 800 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen. Doch die Einheit seines Reiches währte nicht lange: Streitigkeiten unter seinen Nachfolgern bewirkten im Vertrag von Verdun (843) die Dreiteilung des Reiches in das ostfränkische Reich unter König Ludwig Germanicus (später: ... dem Deutschen), das westfränkische Reich unter König Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars I., das den Namen Lotharingien erhielt. Das ostfränkische Reich bildete den groben geografischen Rahmen für das später entstehende Deutsche Reich.
Heiliges Römisches Reich (962–1806)
Hauptartikel: Heiliges Römisches Reich
Als traditioneller Beginn der deutschen staatlichen Tradition wird oft der 2. Februar 962 angesehen, an dem Otto I. als erster ostfränkischer König in Rom zum Kaiser gekrönt wurde und damit das Heilige Römische Reich begründete. Als Anfang wird aber auch das Jahr 911 genannt, der Regierungsantritt Konrads I. als erster nicht-karolingischer Herrscher in Deutschland. Im 10. Jahrhundert wurde erstmals für das bisherige ostfränkische Reich auch der Terminus regnum teutonicum („Deutsches Reich“) verwandt.
Die fränkischen Teilreiche waren schon zuvor unterschiedliche Wege gegangen: Während sich das ehemalige Westfränkische Reich, dessen fränkische Bewohner sich romanisierten, mit der Zeit zum französischen Zentralstaat entwickelte, blieb das ostfränkische Reich durch Territorialfürsten geprägt, die den Kaiser wählten und dadurch ihre Partikularinteressen geltend machen konnten. Obwohl die Kaiser des römisch-deutschen Reiches wiederholt versuchten ihre Position zu stärken, teilte sich das Reich immer weiter in weitgehend souveräne Klein- und Kleinststaaten sowie Reichsstädte. Nach Reformation und Dreißigjährigem Krieg, dem nach Opferzahl relativ zur Gesamtbevölkerung Deutschlands fatalsten Krieg, hatte der Kaiser nur noch eine überwiegend formale Machtstellung.
Der Name des Heiligen Römischen Reiches änderte sich über die Jahrhunderte mehrfach. So wurde es im 12. Jahrhundert noch als „Heiliges Reich“ bezeichnet, ab Mitte des 13. Jahrhunderts als „Heiliges Römisches Reich“ und ab dem 15. Jahrhundert als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
Der Weg zum deutschen Nationalstaat (1806–1871)
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoléon in seinen Eroberungskriegen Mitteleuropa überrannte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des faktisch nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation), Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, musste die Reichskrone auf Druck des französischen Kaisers ablegen. Unter Napoléon Bonaparte wurde die Anzahl der deutschen Staaten durch Zusammenlegung erheblich verringert und auch viele Reichsstädte verloren ihre Unabhängigkeit (deren Zahl hatte zeitweise über 80 betragen).
Nach der Niederlage Napoleons restaurierte der Wiener Kongress weitgehend die alten Herrschaftsverhältnisse. Deutschland, nun ohne einigendes Band, war teilweise im Deutschen Bund, einer losen Vereinigung von 38 deutschen Staaten unter Führung Österreichs organisiert. Kurz darauf wurde der Deutsche Zollverein geschaffen, in dem das wiedererstarkte Preußen dominierende Macht war.
Schon bald nach der gescheiterten nationalen und liberalen Märzrevolution von 1848/1849 kam es zur Kollision der Preußen mit der Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund wie auch in Europa, die zum Deutschen Krieg von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Krieg für sich entschieden hatte, kam es zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Annexion seiner norddeutschen Kriegsgegner durch Preußen und dadurch zu einer weiteren Schrumpfung der Zahl deutscher Staaten.
Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
Die anschließende Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung leitete die so genannte kleindeutsche Lösung ein. Diese zielte entsprechend der Intention Bismarcks auf eine staatliche Einigung unter der Hegemonie Preußens ohne die damalige Großmacht Österreich. Das Deutsche Reich wurde nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen.
Mit der Reichsgründung wurden Gebiete eingegliedert, die noch nie oder nicht mehr zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, sondern seit den Polnischen Teilungen Ende des 18. Jh. Teile Preußens außerhalb des Reiches waren. Dazu gehörten West-, Ostpreußen und Danzig, das überwiegend polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig. Frankreich trat (deutsch- und französischsprachige) Teilgebiete der Regionen Lothringen (nördliche und östliche Teile) und Elsass (ohne Belfort) ab, welche als direkt von der Zentrale verwaltetes "Reichsland Elsass-Lothringen" ohne Gliedstaatrechte konstituiert wurden.
Als ideeller Begründer des Deutschen Reiches wurde Otto von Bismarck erster Reichskanzler. Seine antidemokratisch-konservative Grundhaltung verhinderte allerdings die Reichseinigung unter demokratischen Bedingungen und schuf die Voraussetzung dafür, dass in Deutschland Nationalismus und Demokratie einander fremd wurden. Er führte einen wenig erfolgreichen Kampf gegen die Sozialdemokratie, die polnische Minderheit und die katholische Kirche (siehe Kulturkampf). Seine aggressiv-kriegerische Außenpolitik änderte sich ab der Reichsgründung dagegen zu einer Bündnispolitik, die auf die Isolierung Frankreichs abzielte und ein vertraglich geregeltes, aber fragiles Paktsystem in Europa schuf. Gleichwohl blieb die Außenpolitik imperialistisch ausgerichtet: Auf der Berliner Kongo-Konferenz trat Deutschland 1884 mit der Forderung nach einem „Platz an der Sonne“ in den Kreis der Kolonialmächte ein, nachdem schon in den frühen 1880er Jahren deutsche Vereine Territorien in Afrika und Asien erworben hatten. Im Dreikaiserjahr kam Wilhelm II. an die Macht, der wenig später Bismarck zur Kündigung zwang und die Außenpolitik in Richtung Konfrontation änderte. Das Attentat auf den
ADAC
Der ADAC, vollständig Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V., ist Deutschlands größter Verkehrsclub mit Sitz in München. Er hatte im August 2005 genau 15.290.614 Mitglieder. Der ADAC ist auch ein bedeutendes Wirtschaftsunternehmen mit einem Gesamtumsatz von (2004) rund 1,5 Milliarden Euro jährlich. Die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift ADAC Motorwelt ist die auflagenstärkste Zeitschrift Europas.
Der Verein nimmt für sich in Anspruch, die Interessen deutscher Auto-, Motorrad- und Bootfahrer zu vertreten. Neben seiner Lobbytätigkeit in der Politik bietet der ADAC Dienstleistungen an und produziert Stadtpläne sowie Straßenkarten. Außerdem betreibt er mehrere Fahrsicherheitszentren.
Eine der wesentlichen Dienstleistungen des ADAC ist die Pannenhilfe. Wegen der gelben Wagenfarbe werden die Pannenhelfer auch mit dem Spitznamen „Gelber Engel“ tituliert.
Struktur und Zahlen
Pannenhilfe
Der ADAC ist Deutschlands größter eingetragener Verein (e. V.). Er gliedert sich in 18 (nach anderen Zählweisen 17 oder 15) Regionalclubs, die lange Zeit Gau genannt wurden:
Auf unterster Ebene gibt es auch ca. 1800 Ortsclubs, die in der Regel Motorsportvereine sind.
Das ehrenamtliche achtköpfige Präsidium des ADAC wird jährlich auf der Hauptversammlung gewählt. Das Präsidium hat einen Präsidenten als Sprecher, derzeit ist dies Peter Meyer. Das Präsidium bildet zusammen mit den Vorsitzenden der Regionalclubs den Verwaltungsrat. Die Hauptversammlung wird aus Delegierten der Regionalclubs und den Mitgliedern aus dem Verwaltungsrat und dem Präsidium gebildet. Je angefangene 100.000 ordentliche Mitglieder eines Regionalclubs wird ein Vertreter entsandt.
Fünf fest angestellte Geschäftsführer leiten das Tagesgeschäft des Vereins.
Der ADAC e.V. München hatte 2004 ein Eigenkapital von 713 Mio. Euro und beschäftigte 3335 Mitarbeiter. Über Mitgliedsbeiträge nahm er 326 Mio. Euro ein. Die Regionalclubs hatten zusätzlich ein Eigenkapital von 651 Mio. Euro, weitere 2417 Beschäftigte und Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen von 191 Millionen Euro.
Über die ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH gehören dem ADAC eine Reihe von Tochterfirmen. Der Gesamtumsatz dieser GmbH betrug 818 Millionen Euro im Jahre 2004, das Eigenkapital wurde auf 250 Mio. Euro beziffert und es wurden 1780 Mitarbeiter beschäftigt. Die Geschäfte gliedern sich in die Bereiche Versicherungen, Verlagsgeschäft, Luftfahrzeugdienste und Sonstiges.
Die direkte ADAC Tochter ADAC Luftrettung mit einem Eigenkapital von 97 Mio. Euro und 136 Mitarbeitern hatte 2004 einen Umsatz von 37 Mio. Euro.
Der Grundbeitrag für die Clubmitgliedschaft beträgt seit 1. September 2004 44 Euro im Jahr.
Der ADAC muss nur auf 10 % seiner Mitgliedsbeiträge Umsatzsteuer abführen, weil das zuständige bayrische Finanzministerium festgelegt hat, dass der ADAC nur zu 10 % gewerblich tätig ist. Dieser Prozentsatz erscheint vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren massiv ausgeweiteten wirtschaftlichen Aktivitäten des ADAC vor allem im Bereich Versicherungen und Finanzdienstleistungen allerdings als diskussionswürdig.
Hier setzt auch die Kritik an dem wirtschaftlichen Status des ADAC an, welche von Fachjournalisten und z. T. auch von Politikern der SPD und der Grünen wiederholt geäußert wurde. Der Vereinsstatus beschert dem ADAC nämlich viele Vorteile, u. a. dass er kein Kontrollgremium in Form eines Aufsichtsrats einsetzen muss. "Eine Hand voll Funktionäre steuert weitgehend unkontrolliert die Geschäfte", so beispielsweise das Urteil eines Artikels im "Manager Magazin" aus dem Jahr 2004.
Geschichte
Der ADAC wurde am 24. Mai 1903 als "Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung" gegründet und 1911 in den "Allgemeinen Deutschen Automobil-Club" (ADAC) umgewandelt. Während des Nationalsozialismus wurden alle Kraftfahrer-Vereine und Automobilclubs in den "Deutschen Automobil-Club" (DDAC) überführt, der neben dem NSKK bestand. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der ADAC zunächst 1946 in Bayern wieder gegründet und ab 1948 auch in den übrigen westlichen Besatzungszonen zugelassen.
Im Jahr 2003 feierte der Verein seinen 100. Geburtstag.
An der Spitze des Vereins steht ein Präsident (früher 1. Vorsitzender). Folgende Personen hatten seit 1903 dieses Amt inne:
1903–1933 Emil Schmolz, Josef Bruckmayer, Carl Fritz, Hermann Fulle -
1946–1989 Ludwig Sporer, Hans Meyer-Seebohm, Werner Endress, Hans Bretz, Franz Stadler
1989–2005 Otto Flimm, Peter Meyer
- ) Letzter freier Präsident vor der Eingliederung in den DDAC
ADAC Fahrsicherheitszentren und Trainingsanlagen
DDAC
DDAC
DDAC
Politik
Seine Lobbytätigkeit ist auf das Auto ausgerichtet. "Nirgends werden Autofahrer so geschröpft wie in Deutschland" lautet eine der Aussagen des ADAC.
1974 prägte der ADAC den Begriff "Freie Fahrt für freie Bürger" (Autoaufkleberaktion, dpa vom 28. Februar 1974). Diese Aktion zog eine Protestwelle und viele Austritte nach sich, da sich viele Mitglieder mit der agressiven Pro-Autopolitik des Vereins nicht einverstanden erklärten. Dabei ist aber zu bedenken, dass der ADAC keineswegs nur die Interessen der in ihm organisierten Autofahrer vertritt, sondern auch die Interessen ihm nahestehender Organisationen und Unternehmen wie der Automobilindustrie, Sachverständigen und Fahrschulen.
Zentrale Themen beim ADAC (Slogan: „Ihr Partner in allen Fragen rund um die Mobilität“) sind zum Beispiel die Ökosteuer, Tempolimits auf Autobahnen oder die Sicherheit von Tunnels und Autofähren. Der Öffentliche Personenverkehr spielt nur insoweit eine Rolle, als er sich mit dem motorisierten Individualverkehr verzahnt; der ADAC hat z.B. in früheren Jahren wiederholt die Einrichtung eines Rings sehr großer Park-and-Ride-Bahnhöfe um größere Städte gefordert.
Doch nicht immer haben Autos für den ADAC unbedingte Vorfahrt: Im Zuge der Wiedervereinigung beteiligte sich der ADAC gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Deutschen Tourismusverband an der Ausweisung der insgesamt rund 2500 Kilometer langen Deutschen Alleenstraße.
Weblinks
- http://www.adac.de/ – Webseite des ADAC
- http://www.adac-traveller.de/ – Webauftritt des multithematischen Reisemagazins ADAC traveller
- http://www.adac.de/reisemagazin – Das monothematische Reisemagazin aus dem ADAC Verlag
- http://www.zeit.de/archiv/1999/31/199931.interview_.xml – Zur Frage, ob dem ADAC der Vereinsstatus gebührt oder ob er in Wirklichkeit ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen ist
- http://www.fsz-grevenbroich.de/ – Modernstes Fahrsicherheitszentrum Europas
Kategorie:Deutsche Organisation
Kategorie:Interessenverband (Verkehr)
KommunikationswissenschaftKommunikationswissenschaft ist ein Zweig der Sozialwissenschaft bzw. Soziologie, der sich vorwiegend mit der Massenkommunikation befasst, d. h. mit der einseitigen Kommunikation Weniger an Viele über Massenmedien wie Presse, Hörfunk, Fernsehen oder Internet.
Kommunikationswissenschaft und Publizistikwissenschaft: nicht ein und dasselbe?
Der Begriff "Kommunikationswissenschaft" wird gelegentlich in einem Atemzug mit dem Begriff Publizistikwissenschaft genannt. Die Wissenschaft ist sich jedoch uneins, ob man das tun sollte.
Während Otfried Jarren und Heinz Bonfadelli von "Publizistik- und Kommunikationswissenschaft als einem Fach sprechen (vgl. "Einführung in die Publizistikwissenschaft"), weist Gerhard Maletzke ("Kommunikationswissenschaft im Überblick") auf grundlegende Unterschiede zwischen beiden Fächern hin: Beide beackerten zwar denselben Gegenstand, wobei die Kommunikationswissenschaft weitergehe: Schließlich beschränke sich die Kommunikationswissenschaft schon vom Namen her auf öffentliche Kommunikation (vgl. S.21). In den Methoden unterschieden sich die beiden Wissenschaften grundlegend: Die Publizistikwissenschaft sei, auf das Jahr 1926 zurückgehend, eine historisch-hermeneutische Geisteswissenschaft. Die Kommunikationswissenschaft sei hingegen stets eine empirische Sozialwissenschaft gewesen (vgl. S.22).
Ausgehend von der Tatsache, daß sich die Publizistikwissenschaft in der Tradition von Elisabeth Noelle-Neumann als eine "empirische Sozialwissenschaft" definiert, könnte auch eine andere Unterscheidung zutreffen: Die Publizistikwissenschaft erforscht die Kommunikation der Massenmedien (Massenkommunikation) inklusive interaktiver Medien wie Internet, während unter dem Begriff Kommunikationswissenschaft zumindest auch Beobachtungen zur Kommunikation unter Anwesenden subsumiert werden.
Gegenstände und Einteilung
Die einzelnen Forschungsgebiete der Kommunikationswissenschaft lassen sich am einfachsten mit Hilfe der Lasswell-Formel verdeutlichen und in der Frage zusammenfassen: "(1)Wer (2)sagt was (3)auf welchem Weg (4)zu wem (5)mit welchem Effekt?" Diese Trennung kann jedoch etwa mit Verweis auf die Theorie sozialer Systeme angefochten werden.
Die Erforschung der Effekte der Massenkommunikation (Medienwirkungsforschung) bezieht sich dabei einerseits auf das Individuum, die Psyche mit Kognitionen und Emotionen.
Andererseits werden auch Wirkungen auf die Gesellschaft oder Teile der Gesellschaft untersucht. Hier ist v.a. der Begriff der öffentlichen Meinung relevant.
Grundbegriffe
- "Kommunikation ist die Bedeutungsvermittlung zwischen Lebewesen." (Gerhard Maletzke, Kommunikationswissenschaft im Überblick, S.37)
- Massenkommunikation: Form der Kommunikation, bei der Aussagen öffentlich durch technische Verbreitungsmittel indirekt und einseitig an ein disperses Publikum vermittelt werden. (Definition von Gerhard Maletzke in: Psychologie der Massenkommunikation, S.32). Man kann an dem Begriff kritisieren, dass schon der Begriffsbestandteil "Kommunikation" irreführend ist – schließlich kommuniziert der BILD-Zeitungs-Leser nicht mit dem Redakteur und dem Verlag, sondern nimmt lediglich Informationen entgegen. Klassische Massenkommunikation ist daher eigentlich keine echte Kommunikation.
- Interaktion: soziales Handeln. Da Kommunikation nichts anderes ist als soziales Handeln mit Hilfe von Symbolen, setzt C. F. Graumann die Begriffe "Kommunikation" und "Interaktion" gleich.
- Sprache: Verständigung mit Hilfe von Symbolen – eine Fähigkeit, die nur Menschen haben.
- Kommunikator: der Journalist, Moderator oder Kommentator, der etwas aussagt. Da in der Praxis meist mehrere Personen an der Verbreitung von Aussagen beteiligt sind, spricht man heute oft besser von der "Kommunikatorseite".
- Aussage: präziser wäre "das Ausgesagte". "Das Ausgesagte" umfasst sowohl den Inhalt als auch die Form von Botschaften.
- Medium: ein umstrittener Begriff. Meint man technische Einrichtungen (Druckmaschinen, Video-Schnittsysteme, Bildschirme etc.)? Formen der Arbeitsorganisationen (Redaktionen, Nachrichtenagenturen o.ä.)? Informations-Verarbeitungsmuster? Die Kommunikationswissenschaft hat sich hier noch nicht geeinigt.
- Rezipient: Eine Person, die eine Aussage empfängt und "entschlüsselt". Wenden sich mehrere Rezipienten derselben Aussage zu, spricht man von Publikum. Recht einheitlich verwendeter Begriff.
Kleine Theoriegeschichte der Wirkungsforschung
Der Beginn der Wirkungsforschung liegt u.a. in der Untersuchung von Beeinflussung durch Propaganda, bedeutend insbesondere die Forschung in den USA im Umfeld der Zweiten Weltkrieges. Im Fach wird diskutiert, ob in diesen Frühzeiten Reiz-Reaktions-Modelle der Kommunikation überwogen. Ferner stellt die Zeitungswissenschaft einen Ausgangspunkt für die Entwicklung des Faches im deutschsprachigen Raum dar.
Im Laufe der Fachgeschichte werden naturgemäß einfache durch komplexere Modelle und Theorien abgelöst. So entwickelt sich die Theoriegeschichte weg von Vorstellungen, wonach Informationen und Meinungen durch Kommunikation übertragen werden hin zu Modellen, wie Rezipienten mit Medieninhalten interagieren, sich aus ihnen Weltbilder konstruieren und mittels verschiedener Wege daraus Einstellungen und Entscheidungen ableiten. Endgültig ausgetragen ist der Streit darüber, inwieweit Medieninhalte und Weltbilder der Rezipienten Realitätsbeschreibung sein können, jedoch nicht. Gemeinhin wird der Gegensatz mit dem Begriffspaar "Realismus" und "Konstruktivismus" ausgedrückt.
Zeitweise spitzt sich die Abkehr von starken, auf Einstellungen bezogenen Wirkungen zur These zu, Medien könnten wenn überhaupt nur bestimmen, welche Themen die Rezipienten als relevant wahrnehmen, nicht aber, welche Haltung sie dazu einnehmen. Hierfür wird das Bild der "Agenda" verwendet, also die Liste dessen, was gerade als wichtig behandelt wird. Entsprechend heißt das Konzept zu dieser Forschungstradition "agenda setting".
"Durch die Hintertüre" schleichen sich jedoch Meinungen wieder ein, indem man zur Einsicht gelangt, dass ein Thema keine allzu harte Einheit darstellt, sondern verschiedene Aspekte hat. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass die menschliche Informationsverarbeitung nicht unbedingt unabhängig davon funktioniert, in welcher Reihenfolge und mit welcher Betonung Aspekte dargebracht werden, sondern vielmehr die Verfügbarkeit von Informationen die Schlussfolgerungen mehr oder weniger mitbestimmt. Somit wird den Medien wieder die Fähigkeit zugeschrieben, durch Betonen, Herunterspielen, Weglassen (sei es absichtsvoll oder nicht) Urteile mitzubestimmen.
Die neuere Forschung hält eine Vielzahl von Theorieangeboten und Gegenständen bereit, von der Untersuchung des augenblickhaften Unterhaltungserlebens bis hin zur langfristigen Kultivation von Ängsten und Misstrauen durch tausendfache Rezeption von Angeboten, in denen Gefahr und Gewalt dargestellt werden, von der Untersuchung politischer Meinungsbildung über den Einfluss von PR auf Berichterstattung bis zur Rezeption von Fußballspielen, von Verweisen auf die Kritische Theorie bis zu systemtheoretischen Ansätzen. Außerdem muss sich die Kommunikationswissenschaft mit der Tatsache auseinandersetzen, dass teilweise Massen- und Individualkommunikation schwerer zu trennen sind, etwa in den verschiedenen Anwendungen des Internet.
Zur Inhalts-, Kommunikator- und Publikumsforschung sowie weiteren Gebieten
Die Inhaltsforschung befasst sich mit den Inhalten, d.h. Aussagen und Darstellungsweisen dessen, was die Medien übermitteln. Sie differenziert sich einerseits anhand der Kontroverse darüber, was objektiv feststellbarer Inhalt ist, andererseits nach dem Erkenntnisinteresse, etwa der Einschätzung journalistischer Qualität, dem Abgleich von Realität und Berichterstattung (wenn man einen solchen Vergleich für möglich hält), Existenz und Eigenschaften einer eigenen "Medienrealität" sowie der Frage, was warum berichtet wird und warum anderes nicht, den Inszenierungsstrategien von Medienschaffenden und in den Medien präsenten Akteuren, der Ausdifferenzierung von Genres usw.
Die Kommunikatorforschung befasst sich mit Medienschaffenden und ihrer Einbindung in bestimmte Organisationen: Welche Einstellungen, Motivation, Interes | | |