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Bibliothek
Eine Bibliothek (griechisch βιβλιοθήκη „Büchersammlung“) ist eine Institution, eine öffentliche Einrichtung oder der Ort (ein Bibliotheksbau) einer geordneten und benutzbaren Sammlung von Büchern und anderen publizierten Medien und Informationen oder eine solche Sammlung selbst. Die Bezeichnung Bibliothek wird gelegentlich auch für andere Informationssammlungen, wie Webseiten, Datenbanken oder einzelne Bücher bzw. Buchreihen benutzt. Auch der ausschließlich zum Aufbewahren und Lesen von Büchern genutzte Raum in einer Privatwohnung oder einem Privathaus heißt Bibliothek.
Eine andere Bezeichnung für (vor allem öffentliche) Bibliotheken ist die Bücherei oder auch die Mediothek. Bücherei ist eine Übersetzung von Philipp von Zesen für das Wort Bibliothek.
Allgemeines
Die Aufgaben einer Bibliothek bestehen im Sammeln, Erschließen und Vermitteln von Büchern
und anderen Publikationsformen, wie Zeitschriften, Tonträgern, Bildmaterialien, Mikroformen, elektronischen Publikationen.
Jede geführte Publikation hat eine Standortnummer (Signatur; engl.: call number), anhand derer man das Exemplar in der Bibliothek finden kann. Im Katalog findet man, welche Signatur das Medium hat. (siehe auch Finden von Medien in einer Bibliothek)
Indem sie ihre Bestände zur Verfügung stellen und archivieren, dienen Bibliotheken der Versorgung der Bevölkerung (Öffentliche Bibliotheken) und Forschung (wissenschaftliche Bibliothek) mit Literatur und Informationen (zusammen mit den
Verlagen und den Medien, die diese produzieren und dem Buchhandel, der für die kommerzielle Verbreitung sorgt).
Je nach Ausprägung nehmen Bibliotheken verschiedene Dienstleistungsaufgaben
aus dem BID-Bereich (Bibliothek, Information, Dokumentation) wahr, darunter auch pädagogische Aufgaben wie die Leseförderung.
Verwandte Einrichtungen sind Dokumentationseinrichtungen und Archive, wobei die Grenzen fließend sind.
Die Gesamtheit aller Bibliotheken bilden das Bibliothekswesen,
die in einer Bibliothek arbeitenden Menschen nennt man Bibliothekare
und die wissenschaftliche Disziplin von der Organisation und Funktion
von Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen ist die
Bibliothekswissenschaft. Der Geschäftsgang in einer Bibliothek wird Bibliotheksverwaltung, optimierende Tätigkeiten nach innen und außen wird Bibliotheksmanagement genannt.
Nutzung von Medien in einer Bibliothek
Bibliotheksmanagement
Der Bestand einer Bibliothek kann zum einen als Leihbestand von den Benutzern für eine bestimmte Frist entliehen werden oder als Präsenzbestand nur in den Räumen der Bibliothek eingesehen werden.
Je nachdem, ob die Medien einer Bibliothek ausgeliehen werden können oder
nicht, unterscheidet man zwischen Leihbibliothek und Präsenzbibliothek, wobei in der Regel beide Formen in einer
Bibliothek vorkommen.
In einer Präsenzbibliothek gibt es mindestens einen Lesesaal. Dieser kann als Einladung zum gemütlichen Lesen mit komfortablem Mobiliar ausgestattet oder auch als Reihung von Arbeitsplätzen, oftmals mit Computern, angelegt sein.
Mit Hilfe der Fernleihe können Benutzer auch die Bestände anderer Bibliotheken nutzen oder über den Dokumentenlieferdienst Kopien bestellen.
Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind das (ggf. entgeltliche) Kopieren und die öffentliche Wiedergabe.
Finden von Medien in einer Bibliothek
Um Medien in einer Bibliothek finden zu können, muss man wissen, wie und wonach man suchen kann. Welche Daten werden in welcher Form erfasst und wo findet sie der Bibliotheksbesucher?
Die Medien einer Bibliothek werden in Bibliothekskatalogen verzeichnet. Früher wurden in Bibliotheken Zettelkataloge benutzt. Heute sind die Katalogdaten in Datenbanken gespeichert, die Zugänge verschiedenster Art zulassen. Wenn diese Datenbanken über ein Netzwerk, wie beispielsweise das World Wide Web, zugänglich sind, werden sie auch OPAC (Online Public Accessible Catalogues) oder WebOPAC (Web Accessible Catalogue) genannt.
OPAC (Online Public Accessible Catalogues)
Bei der sogenannten „Erschließung“ werden die relevanten Daten der Medien erfasst. Dazu gehören die Formalerschließung mit bibliographischen Angaben wie Titel, Autor, Erscheinungsjahr etc. und meistens auch die Inhaltserschließung. Dadurch werden inhaltliche Angaben aufgenommen, die einen thematischen Zugriff erlauben. Dies wird erleichtert durch eine entsprechende Aufstellung anhand einer Systematik. Ein andere verbreitete Form der Inhaltserschließung ist die Vergabe von Schlagworten: Dies sind normierte Begriffe, die nach bestimmten Regeln angelegt und vergeben werden. In den letzten Jahren ist eine Diskussion um eine automatische Schlagwortvergabe entstanden.
In manchen Bibliotheken herrscht ein Nebeneinander verschiedener Kataloge: Es gibt alte Zettelkataloge, die Alphabetische Kataloge, Systematische Kataloge oder Schlagwortkataloge sein können und verschiedene Sucheinstiege erlauben. Viel beliebter bei den Nutzern sind OPACs, die über PCs bedient werden und einfachere Suchen ermöglichen, oft verknüpft mit dem Hinweis auf den Standort und die Ausleihbarkeit eines Mediums. Da oft noch nicht alle Daten der Zettelkataloge in Datenbanken eingegeben werden konnten, ist es manchmal nötig, analoge und elektronische Kataloge zu durchsuchen. Viele Bibliotheken bieten zusätzlich einen Zugang zu Verbundkatalogen, so dass Bestände anderer Bibliotheken durchsucht werden können.
Siehe auch: Verbundkatalog, Karlsruher Virtueller Katalog
Geschichte
siehe Bibliotheksgeschichte.
Große Bibliotheken
Buchbestände von großen Bibliotheken 1985 (Auswahl)
# (Lenin)-Bibliothek in Moskau (Russland) 23.000.000 Bücher
# Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg (Russland) 15.000.000 Bücher
# Kongressbibliothek Library of Congress in Washington, D.C. (USA) 14.800.000 Bücher
# Universitäts-Bibliothek Berkeley (USA) 9.900.000 Bücher
# Universitäts-Bibliothek Cambridge (USA) 8.000.000 Bücher
# Universitäts-Bibliothek Moskau (Russland) 7.700.000 Bücher
# British Library in London (Großbritannien) 7.000.000 Bücher
# Nationalbibliothek Bibliothèque nationale de France in Paris (Frankreich) 6.000.000 Bücher
# Universitäts-Bibliothek New Haven (USA) 5.500.000 Bücher
# Nationalbibliothek Kiew (Ukraine) 5.000.000 Bücher
Wichtige Bibliotheken
Nationalbibliotheken
Zu den bedeutendsten Bibliotheken weltweit gehören
die großen Nationalbibliotheken
- Library of Congress in Washington, D.C.
- British Library in London
- Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg
- Bibliothèque nationale de France in Paris
Universitätsbibliotheken
große Universitätsbibliotheken
- Bodleian Library der University of Oxford,
- Cambridge University Library der University of Cambridge
- Fisher Library der University of Sydney - die größte der südlichen Hemisphäre
- Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin - mit 8,5 Mio. Bänden die größte in Deutschland
Historische Bibliotheken
sowie historische Bibliotheken oder Bibliotheken mit historisch bedeutsamen Beständen
- Bibliotheca Corviniana (Budapest, Ungarn)
- Bibliothek von Alexandria im alten Ägypten
- Vatikanische Bibliothek, Rom
- Biblioteca Medicea Laurenziana, Florenz
- Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, http://www.hab.de/
- Hill Monastic Manuscript Library, http://www.hmml.org/
- Biblioteca Marciana in Venedig, http://marciana.venezia.sbn.it/
- Die Deutsche Bibliothek bestehend aus
- der Deutschen Bücherei in Leipzig
- der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main
- und dem Deutschen Musikarchiv in Berlin
- Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz in Berlin
- Bayerische Staatsbibliothek in München
- Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden in Dresden
- Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, http://www.hab.de/
- Herzogin Anna Amalia Bibliothek der Stiftung Weimarer Klassik in Weimar
- Stadtbibliothek der Hansestadt Lübeck
- Österreichische Nationalbibliothek in Wien
- Universitätsbibliothek Graz
- Universitätsbibliothek Wien in Wien
- Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien in Wien
- Wiener Stadt- und Landesbibliothek in Wien
- Technische Universität Wien Universitätsbibliothek
- Universitätsbibliothek Klagenfurt in Klagenfurt
- Stiftsbibliothek Admont im Stift Admont
- Schweizerische Landesbibliothek in Bern
- ETH-Bibliothek Zürich in Zürich
- Zentralbibliothek Zürich in Zürich
Weitere Bibliotheken siehe unter Liste von Bibliotheken.
Siehe auch
- Liste der Bibliotheken, Universelle Bibliothek, Die Andere Bibliothek, Portal Bibliothek Information Dokumenation
- Deutsches Bibliotheksinstitut, Fachstellen für öffentliche Bibliotheken, ekz, Gemeinsamer Bibliotheksverbund
- "Bibliothek des Jahres"
- Leseförderung
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Die Erstellung, Ordnung und Verbesserung der Artikel zum Themenkreis Bibliothek und verwandten Gebieten ist das Ziel des Wikiprojektes Bibliothek Information Dokumentation
Literatur
- Georg Leyh (Hrsg.): Handbuch der Bibliothekswissenschaft. Harrassowitz, Wiesbaden 1952-1965. (2. verm. u. verb. Aufl.)
- Engelbert Plassmann u.a.: Das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland. Harrassowitz 1999. ISBN 3-447-03706-7
- U. Grund, A. Heinen: Wie benutze ich eine Bibliothek? Basiswissen - Strategien - Hilfsmittel. UTB, München 1996. ISBN 3825218341
Weltliteratur, in der Bibliotheken eine zentrale Rolle spielen
- Agatha Christie: Die Tote in der Bibliothek. (engl. The Body in the Library. 1942)
- Umberto Eco: Der Name der Rose. (ital. Il Nome della Rosa. 1980)
- Jorge Luis Borges: Die Bibliothek von Babel. Reclam Nr. 9497, Leipzig 1970, S. 47ff.
Weblinks
- [http://biblio.unibe.ch/stub/vorl96/index.html 5000 Jahre Bibliotheken] Eine Geschichte ihrer Benutzer, Bestände und Architektur. Vorlesung von 1996 von R.Barth.
- [http://www.ib.hu-berlin.de/~pz/zahnpage/bigue.htm Skripte und Literaturhinweise zur Bibliotheksgeschichte]
- [http://www.ib.hu-berlin.de/%7Ewumsta/infopub/bookindex.html Prof. Walther Umstätter, Digitales Lehr- und Handbuch der Bibliothekswissenschaft]
- [http://www.bibliotheksmanagement.de Textbuch zum Management von Bibliotheken und Informationseinrichtung]
- [http://www.bibliotheksstatistik.de Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS)] Nationale Statistik nach EN ISO 2789. Ein Produkt des HBZ-NRW, früher des Deutschen Bibliotheksinstituts.
- [http://www.bix-bibliotheksindex.de/ Deutscher Bibliotheksindex] Ranking für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken
- [http://lux.ub.uni-tuebingen.de/ch/ Clearinghouse für bibliothekarische Meta-Informationen] / UB Tübingen
- [http://linksammlungen.zlb.de/1.2.2.0.0.html Bibliothekarische Werkzeuge] / ZLB Berlin
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/index.html Bibliographischer Werkzeugkasten] / HBZ-NRW
- [http://wwwserv1.rz.fh-hannover.de/bibl/vb/werkzeug.htm Bibliothekarischer Werkzeugkasten] / FH Hannover
- [http://lcweb.loc.gov/global/library/library.html Library and Information Science Resources] / Library of Congress
- [http://www.bib-bvb.de/fachbereich/buchgeschichte.html Chronologie zur Buch- und Bibliotheksgeschichte]
- Das Projekt [http://www.bibliotheksbauten.de Das Buch & sein Haus] - Mitteleuropäische Bibliotheksbauten aus drei Jahrhunderten zeigt Fotographien von zahlreichen Bibliotheken.
- [http://www.hyperkommunikation.ch/bibliothek/bibliothek/crashkurs_hyperbibliothek/ck_hyperbibliothek_top.htm Crashkurs Hyperbibliothek]
- [http://www.biblio.at/index.htm Österreichisches Bibliothekswerk]
Kategorie:Buch
!Bibliothek
Bibliothek
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Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
InstitutionInstitution (lat. institutio – Einrichtung) ist in der Soziologie eine mit Handlungs-Rechten, Handlungs-Pflichten oder normativer Geltung belegte soziale Wirklichkeit, durch die Gruppen und Gemeinschaften nach innen und nach außen hin verbindlich (geltend) wirken oder handeln.
Umgangssprachlich wird unter einer Institution auch eine Organisation (s. dort) verstanden.
Begriffsgeschichte
Die Betrachtung politischer Institutionen geht mindestens auf Jean-Jacques Rousseau zurück. Die frühen politischen Theorien sahen politische Institutionen jedoch lediglich als Arenen in denen politische Handlungen statt finden, die jedoch von fundamentaleren Kräften bestimmt wurden. In der vergleichenden Regierungslehre befasste man sich mit der institutionellen Grundlage der verfassungsmäßigen Ordnung, insbesondere der westlichen Welt. Es ging also um formalen Institutionen.
Seit Mitte der 1970er Jahren begann sich ein neuer Institutionalismus zu entwickeln. Hierbei handelte es sich um eine Gegenbewegung zu herkömmlichen behaviouristischen Theorieansätzen und zu rational choice Ansätzen, die weitgehend als institutionenblind anzusehen sind. Im Neo-Institutionalismus werden, in Abgrenzung zum klassischen Institutionalismus, neben den formalen Institutionen auch nicht-formale betrachtet. Wie weit im einzelnen der Begriff Institution zu fassen ist, bleibt strittig. Wirtschaftswissenschaftlich inspirierte Wissenschaftler definieren den Begriff enger, als soziologisch inspirierte Wissenschaftler, die auch kognitive Regeln des menschlichen Handelns als Institution begreifen.
Als kleinster gemeinsamer Nenner kann gelten, dass eine Institution ein Regelsystem ist, dass eine bestimmte soziale Ordnung hervorruft.
Der Begriff wird in der Volkswirtschaftslehre für die Erklärung der Bildung von Unternehmen und Unternehmensgrenzen verwendet – oft aus Unzufriedenheit mit dem dort (und in der Betriebswirtschaftslehre) vielfach entfalteten Organisationsbegriff.
Der Brockhaus definiert die Institution als eine "gesellschaftliche, staatliche oder kirchliche Einrichtung, in der bestimmte Aufgaben, meist in gesetzlich geregelter Form, wahrgenommen werden." (Brockhaus Enzyklopädie Bd. 10 1989, S. 544)
Die jüngere Soziologie vermied es gern, komplexe Sachverhalte wie Familie oder Bundestag als "Institution" zu bezeichnen, da sie sowohl Aspekte der Institution als auch der Organisation umfassen und organisationssoziologisch weniger Grundlagenprobleme aufzuwerfen scheinen. (Die Institution der Ehe ist derart genommen eine Organisation, deren Mitglieder die jeweilige Ehefrau und der jeweilige Ehemann sind.) Jedoch hat z.B. 2003 Michael Wildt den "Institutions"-Begriff wieder fruchtbar aufgenommen, um das Reichssicherheitshauptamt in der Zeit des Nationalsozialismus zu erklären.
Beispiele
Beispiele für Institutionen sind jegliche Regeln und Normen, Verfassung, Kartellrecht, Strafrecht, Verträge (allgemein), StVO, DIN-/ISO Norm, Unternehmensleitsätze, Landessprache, Benimmregeln, Sitten und Bräuche.
Auf die oft mit parallelen sozialen Prozessen befasste soziologische Debatte zum Ritual ist zu verweisen.
Ziele
Institutionen leiten das Handeln von Menschen, beschränken die Willkür (den Kürwillen) des individuellen Handelns, definieren den gemeinsamen Handlungsrahmen und mit ihm verbundene Verpflichtungen. Zu diesem Regelsatz bilden sich zugehörige Legitimierungsstrategien und Sanktionsmechanismen heraus. Damit üben Institutionen eine entlastende Funktion aus, indem sie eine kollektiv organisierte Bedürfnisbefriedigung sicherstellen und den einzelnen von elementaren Vollzügen freisetzen. Andererseits schützen sie die Gesellschaft vor individuell willkürlichen und chaotisch gegeneinander laufenden Handlungen und überführen sie in gesellschaftlich wohlgeordnete Abläufe.
Nach dem philosophischen Anthropologen Gehlen ersetzen Institutionen dem Menschen, was dem Tier als Instinkt verfügbar ist; Dieter Claessens hat dies biosoziologisch kritisiert und differenziert (Konzept der „Instinktstümpfe“). Sie sind nach Gehlen notwendigerweise undurchschaubar und entfremdet, bieten aber damit die Möglichkeit für eine "höhere" Freiheit des Handelns.
Institutionen regeln für das Individuum und die Gesellschaft elementare Bereiche wie: Reproduktion, (Familie, Verwandtschaft), Erziehung, Bildung und Ausbildung, Nahrungsbeschaffung, Warenproduktion und Verteilung (Wirtschaft) und die Aufrechterhaltung einer gesellschaftlichen Ordnung (Recht, Politik), sowie der Kultur (siehe Bernhard Schäfers 1995 S. 134-137). Sie sind "bewährte Problemlösungen" für den Alltag - welche man sich auch als Komplex von Handlungs- und Beziehungsmustern vorstellen kann. Institutionen können ihr Abbild in Organisationen finden, sind aber davon deutlich zu unterscheiden. Während Institutionen handlungsleitende Regeln zur Verfügung stellen, definieren Organisationen formell Ziele, Mitgliedschaft und Organisationsabläufe.
Wichtig ist hierbei, dass Institutionen beachtet sein müssen, um ihre Wirkung zu entfalten.
Hierarchie
Insitutionen werden häufig in eine hierarchische Ordnung nach dem Grad der Einschränkung von Gestaltungsfreiräumen gebracht. Je weiter unten die Ebene, desto spezifischer ist die zugehörige Institution.
Die erste Ebene stellt hierbei die soziale Verankerung dar. In dieser Ebene sind insbesondere informelle Institutionen wie Tradition, Weltanschauung und Kultur von Bedeutung. Die Institutionen dieser Ebene entwickeln sich nur sehr langsam über eine evolutionäre Veränderung. Die theoretische Basis wird durch die Soziologie gegeben.
Die zweite Ebene wird durch grundsätzliche formelle Spielregeln dargestellt, etwa eine Verfassung und Regeln des Rechts. Die theoretische Basis wird durch die Theorie der Verfügungsrechte gegeben.
Die dritte Ebene ist das Steuerungs- und Anreizsystem. Grundlage sind private Verträge. Die theoretische Basis wird durch die Transaktionskostenökonomik gegeben.
Die vierte Ebene betrifft schließlich die Ressourcenallokation. Die theoretische Basis wird durch die Prinzipal-Agent-Theorie gegeben.
Risiken und Chancen durch Institutionen
Totale Institutionen wie Gefängnisse, Psychiatrische Anstalten, Schiffsbesatzungen, Klöster oder Internate kontrollieren alle Lebensäußerungen ihrer Mitglieder, können also den Freiraum des Individuums überaus stark einschränken und soziale Entwicklungen verhindern. Sie weisen folgende Merkmale auf (nach Goffman):
#Totale Institutionen sind allumfassend. Das Leben aller Mitglieder findet nur an dieser einzigen Stelle statt und sie sind einer einzigen zentralen Autorität unterworfen.
#Die Mitglieder der Institution führen ihre alltägliche Arbeit in unmittelbarer (formeller) Gesellschaft und [informaler] Gemeinschaft ihrer Schicksalsgefährten aus.
#Alle Tätigkeiten und sonstigen Lebensäußerungen sind exakt geplant und ihre Abfolge wird durch explizite Regeln und durch einen Stab von Funktionären vorgeschrieben.
#Die verschiedenen Tätigkeiten und Lebensäußerungen sind in einem einzigen rationalen Plan vereinigt, der dazu dient, die offiziellen Ziele der Institution zu erreichen.
Auf der anderen Seite bergen Prozesse der Deinstitutionalisierung, z. B. in gesellschaftlichen Wandlungsphasen, Risiken des Rückfalls in riskantes, rücksichtsloses und nur auf Durchsetzung der Eigenwünsche bedachtes Verhalten.
Siehe auch: Institutionsvertrauen
Wirkungsmechanismus
Institutionen entfalten ihre Wirkung über Anreize, hierbei insbesondere inhaltliche Vorgaben und Sanktionen.
Auf diese Weise lassen sich Erwartungen, Entscheidungen und Handlungen der Individuen beeinflussen. Letztlich hat dies Einfluss auf kollektive, also etwa gesamtwirtschaftliche, Ergebnisse.
Literatur
- Hartmut Esser, Soziologie. Spezielle Grundlagen'#. Band 5: Institutionen. Frankfurt a. M./New York: Campus 2000
- Arnold Gehlen, Der Mensch, Wiesbaden: UTB 1995
- Arnold Gehlen, Über die Geburt der Freiheit aus der Entfremdung, Gesamtausgabe Bd. 4, Frankfurt a. M. 1983
- Erving Goffman, Asyle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 (zu Totalen Institutionen)
- Bernhard Schäfers (Hrsg.), Grundbegriffe der Soziologie. Opladen: Leske + Budrich, 4.Auflage 1995
- o.V.: Brockhaus Enzyklopädie Bd. 10, 1989, S. 544
Siehe auch
Ritual, Organisation, Sitte, Brauch
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Körperschaft
Kategorie:Volkswirtschaftslehre
ja:制度
ko:기관 (조직)
Öffentliche EinrichtungUnter einer öffentlichen Einrichtung versteht man eine Einrichtung, die von Kommunen für das Interesse der Allgemeinheit, oftmals die Daseinsvorsorge, bereit gestellt wird. Jeder Bürger hat ein Recht, von diesen Einrichtungen Gebrauch zu machen, jedoch steht es im Entscheidungsbereich der Kommune, welche öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, jedenfalls dann, wenn es nicht in ihren Pflichtaufgabenbereich fällt (siehe dazu kommunale Aufgabenstruktur).
Die zur Leistungsverwaltung zu rechnenden öffentlichen Unternehmen sind nicht immer von den sich wirtschaftlich betätigenden kommunalen Unternehmen abzugrenzen.
Öffentliche Einrichtungen können sein:
- Altenheime
- Bibliotheken
- Friedhöfe
- Gerichte
- Jugendzentren
- Kindergärten
- Kläranlagen
- Museen
- Parkplätze
- Schulen
- Schwimmbäder
- Sportplätze
- Stadthallen
- Straßen
- Stromversorgung
- Theater
- Verkehrsbetriebe
- Wasserversorgungsanlagen
Im jeweiligen Kommunalrecht, meist in der Gemeindeordnung, ist normalerweise geregelt, was eine öffentliche Einrichtung darstellt.
Organisationsrechtsform
Öffentliche Einrichtungen können sowohl öffentlich-rechtlich (z. B. als Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts, Regiebetrieb, Eigenbetrieb), oder privatrechtlich (z. B. als GmbH oder AG) organisiert sein.
Siehe auch: Zweistufentheorie
Kategorie:Kommunalrecht
Bücher
Ein Buch (Plural Bücher) ist eine mit einer Bindung und meistens auch mit Bucheinband (Cover) versehene Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien. Zudem werden große Textabschnitte, die in sich abgeschlossen sind, als "Buch" bezeichnet. Das ist bei antiken Werken, die aus zusammengehörigen Büchersammlungen bestehen, der Fall. Beispiele hierführ sind: Bibel und Aeneis. Elektronisch gespeicherte Buchtexte werden als digitale Bücher (engl. e-book) bezeichnet. Eine andere moderne Variante des Buches ist das Hörbuch.
Hörbuch
Geschichte
Hauptartikel: Buchgeschichte
Die ältesten Vorläufer des Buches waren die Papyrusrollen der Ägypter, von denen das älteste bekannte Exemplar über 5000 Jahre alt ist (Siehe auch Geschichte der Schrift).
Die Griechen und Römer übernahmen die Papyrusrollen, bis sie ab dem 1. Jahrhundert allmählich vom Codex abgelöst wurden. Der Codex bestand aus mehreren Lagen Pergament, die in der Mitte gefaltet und zusammengeheftet wurden, prinzipiell bereits genauso wie im heutigen Buch.
Ab dem 14. Jahrhundert wurde das Pergament allmählich durch das billigere und viel einfacher zu produzierende Papier ersetzt. Die erste Papiermühle in Deutschland war die des Ulman Stromer in Nürnberg im Jahr 1390. Die von der Erfindung des Buchdrucks (ca. 1450) durch Johannes Gutenberg bis zum Jahr 1500 gedruckten Bücher werden Inkunabel oder Wiegendruck (aus der Zeit, als der Buchdruck noch in der Wiege lag) genannt.
In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall entwickelt, vermutlich eine Weiterentwicklung chinesischer Druckmaschinen bereits im 11. Jahrhundert mit Tonlettern. Korea präsentiert das im Oktober 2005 als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse, die schon zu Gutenbergs Zeit die hier erfundene Buchdruckkunst verbreitete (in Korea fehlte ein entsprechendes).
Die schnelle Verbreitung der neuen Technik in ganz Europa und die stetige Verbesserung und Weiterentwicklung des Buchdrucks und der Herstellung von Papier machten das Buch zur Massenware, was eine wesentliche Voraussetzung für die Reformation und später für das Zeitalter der Aufklärung wurde. Wissen wurde zum Allgemeingut im Abendland.
Schrift und Bild waren im Buch des Mittelalters eine Einheit. Künstler des Bauhauses schufen im 20.Jahrhundert Bücher von hohem gestalterischen Niveau, die dem Bereich Druckgrafik zuzurechnen sind. Diese Künstlerbücher erscheinen in kleinen limitierten Auflage.
Im dritten Jahrtausend erscheint schließlich dann auch das digitale Buch auf dem Online-Buchmarkt
Der Digitaldruck erlaubt kostengünstige Auflagen ab einem Exemplar: Book on demand
Arten von Büchern
Differenzierung nach Inhalt
- fiktionale Bücher:
- Roman
- Kinderbuch
- Bilderbuch
- Gedichtband
- Liederbuch
- nonfiktionale Bücher, Sachbücher:
- Fachbuch
- Lehrbuch
- Schulbuch
- Handbuch
- Wörterbuch
- Lexikon
- Bibliografie
- Farbbuch: Schwarzbuch, Weißbuch
- Zunächst meist Einzelexemplare:
- Tagebuch
- Rechnungsbuch, Kassenbuch - daher auch Buchhaltung
- Logbuch
- Manuskript
- Drehbuch
- Künstlerbuch, Buchobjekt
Differenzierung nach Herstellungsart
- Kodizes: handgeschriebene Bücher, davon werden einige als schönste Bücher der Menschheitsgeschichte empfunden (singular: Kodex).
- Beutelbuch: Mittelalterliche Sonderform. Es kann wie ein Beutel getragen und am Gürtel befestigt werden.
- Taschenbuch: Kleinformatiges Buch, meist Paperback, zum Transport geeignet.
- Miniaturbuch: Sehr kleines Buch.
- Paperback: Mit weichem Einband und meist mit Klebebindung versehen, früher auch Fadenbindung.
- Broschur: Buchblock mit verschiedenen Arten des weichen Umschlags, in der Regel fadengeheftet.
- Hardcover: Fester Einband. Heute im deutschsprachigen Raum nur noch selten mit Fadenheftung.
- Loseblattsammlung: Einzelne, austauschbare Seiten in einem oder mehreren Ordnern (hier ist nicht die umgangssprachliche Verwendung von Loseblattsammlung gemeint, die kein Buch darstellt).
- E-Book (Elektronisches Buch): in verschiedenen Formaten, elektronisch gespeichert, zum Teil nur auf Bildschirm lesbar, zum Teil druckbar.
- Hörbuch: Hier werden die Texte eines schon vorhandenen Buches vom Autor oder (häufiger) einem Erzähler vorgelesen, manchmal auch von mehreren Erzählern in Rollen. Teilweise werden inzwischen auch Hörspiele unter dieser Bezeichnung vertrieben. Hörbücher werden auf Musik-CDs/Musikkassetten bzw. in Computer-Audiodateien verkauft und verbreitet.
- Faksimile: originalgetreuer Nachdruck historischer Ausgaben.
Audiodatei
siehe auch
- Schönstes Buch Österreichs
- Schönste Bücher aus aller Welt
Listen "empfehlenswerter" Bücher
- [http://www.swr.de/bestenliste/ SWR-Bestenliste]
- Fritz J. Raddatz (Hrsg.): ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher, Frankfurt/Main (Suhrkamp) 11.Aufl. 2002. ISBN 3-518-37145-2 (Eine Zusammenstellung schöngeistiger Literatur)
- ZEIT-Bibliothek der 100 Sachbücher
- Iris Radisch (Hrsg.): Mein Jahrhundertbuch - 51 Liebeserklärungen, Ein ZEIT-Buch, Frankfurt/Main (Suhrkamp) 2003. ISBN 3-518-45554-0
- Marcel Reich-Ranicki: Der Kanon
- [http://www.abebooks.de/docs/ReadingRoom/BesteBuecher/besteBuecher.shtml Die 100 besten Bücher der Welt (abebooks)]
- [http://focus.msn.de/D/DF/DFX/DFX04/dfx04.htm Die 100 besten Bücher (Focus)]
- [http://www.spiegel.de/kultur/charts/0,1518,belletristik,00.html Spiegel Bestsellerliste] wöchentliche Liste der meist-verkauften Belletristiktitel
- [http://www.spiegel.de/kultur/charts/0,1518,sachbuch,00.html Spiegel Bestsellerliste] wöchentliche Liste der meist-verkauften Sachbücher
- [http://www.zeit.de/marktplatz/zvab/index Bestsellerliste antiquarischer Bücher] (Die Zeit)
- ZDF-Lieblingsbücher 2004
Kleines Glossar zur Vorsilbe "Biblio-"
- Biblio-Club: Literaturklub an einer Bibliothek, Beispiel: Biblio-Club der Jugend an der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam
- Bibliograf: Jemand der eine Bibliografie bearbeitet oder zusammenstellt
- Bibliografie: Nachschlagewerk von Literaturhinweisen
- Bibliographisches Institut - 1826 in Gotha gegründete Verlagsbuchhandlung (inzwischen fusioniert mit Brockhaus)
- Biblioklast: Jemand, der Bücher zerstört, indem er Seiten oder Bilder zum Sammeln heraustrennt
- Bibliomanie: übersteigerte, manische Bibliophilie, beispielsweise in Form einer ungesteuerten Sammelwut des Bibliomanen
- Bibliometrie: quantitative Erforschung von Publikationen unter dem Aspekt von Häufigkeitsmerkmalen und -beziehungen; Teilgebiet der Szientometrie
- Bibliophilie: Bücherliebhaberei (Beschäftigung mit besonders schönen, alten oder besonderen Büchern)
- Bibliophobie: Abneigung gegen Bücher (Bücherfeindlichkeit)
- Bibliosophie: Lehre vom Büchersammeln (veralteter Ausdruck)
- Bibliothek: nach bestimmten Prinzipien geordnete Sammlungen von Büchern und anderen
Publikationsformen sowie ein Bibliotheksbau, in dem diese untergebracht sind (siehe auch Bibliothekstyp und Bibliothekswesen).
- Bibliothekar: Angestellter in einer Bibliothek
- Bibliotheksabgabe: Tantieme, die von Bibliotheken an die Verwertungsgesellschaften abgegeben wird.
- Bibliothekswissenschaft: Wissenschaftliche Disziplin von der Funktion und Organisation von Bibliotheken und Bibliothekswesen
- Bibliotherapie: psychotherapeutische Methode, bei der die Lektüre von Büchern zur Heilung beitragen soll; auch Buchkonservierung
Rekorde & Skurriles
- Das kleinste Buch der Welt stammt aus dem Leipziger Verlag Faber & Faber. Mit 2,4 auf 2,9 Millimeter ist es etwa so groß (oder besser gesagt: so klein) wie ein Streichholzkopf. Die 32 Seiten sind mit Buchstabenbildern im Offset bedruckt und in Handarbeit ledergebunden. Erwerben kann man es im [http://www.hnf.de/ Heinz Nixdorf Computermuseum] in Paderborn.
- Im Jahr 2004 brachte der Autohersteller Mazda einen Bildband mit dem wohl größten Format der Welt heraus: 3,07 m x 3,42 m.
Zitate
- „Auch das schlechteste Buch hat seine gute Seite: die letzte.“ (John Osborne)
- Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren ermüdet den Leib. (Salomo in Prediger 12,12 zitiert nach der Schlachter-Bibel, Ausgabe 2000)
Siehe auch
Übergeordnete:
- Liste von Verlagen
- Literatur, Portal:Literatur
Herstellung und Vertrieb:
- Buchbinderei, Buchdruck, Buchhandel, Printmedien, Verlag. Verleger
Organisationen:
- Schweizer Buchzentrum
Format:
- Buchformat
- Studienausgabe
Anwendung:
- Bibliothek, Bookcrossing, BücherWiki, Lesekompetenz
weiteres
- Annalen, Bestseller, Fibel, Lektüre, Schmöker,
- Band, Broschüre, Foliant, Wälzer, Kodex, Inkunabel, Konvolut, Palimpsest, Paperback, Papyrus, Pergament,
- Libretto
- Adressbuch, Bestimmungsbuch, Beschwerdebuch, Ehrenbuch, Gästebuch, Hauptbuch, Hausbuch, Herdbuch, Klassenbuch, Kunstbuch, Kirchenbuch, Logbuch, Meldebuch, Notenbuch, Notizbuch, Soldbuch, Stammbuch, Tagebuch, Jahrbuch, Kochbuch, Kursbuch, Lesebuch, Märchenbuch, Liederbuch, Schwarzbuch, Taschenbuch, Wörterbuch, Zauberbuch
- Geschäftsbuch, Kassenbuch, Rechnungsbuch
Weblinks
- [http://www.vl-ghw.uni-muenchen.de/buchgeschichte.html Linksammlung zur Buchgeschichte]
- [http://www.ifla.org/IV/ifla61/61-gehh.htm Geschichte des Buches in Deutschland (1450–1900)]
- [http://www.bib-bvb.de/fachbereich/buchgeschichte.html Chronologie zur Buch- und Bibliotheksgeschichte]
- [http://www.narrenschiff.ch/abkuerzungen/buchbeschreiben.php#BegriffeamBuch Begriffe am Buch]
- [http://www.artistbooks.de/suchen/suchen-archiv.htm Datenbank des "Archiv für künstlerische Bücher und mehr"]
!Buch
Kategorie:Antiquariat
Kategorie:Bibliothekswesen
Kategorie:Papierprodukt
ja:本
simple:Book
tokipona:lipu toki
WebseiteEine Webseite ist ein Dokument im World Wide Web, das mit einem Webbrowser von einem Webserver abgerufen und dargestellt werden kann. Ein umgangssprachliches Synonym ist Internetseite. Im Deutschen werden die Begriffe "Webseite" und "Internetseite" wohl wegen der großen klanglichen Ähnlichkeit zum englischen Begriff Website oft fälschlicherweise auch für die gesamte Webpräsenz einer Firma, Organisation oder Privatperson benutzt.
Das wesentliche Merkmal von Webseiten ist, dass sie Verweise (Hyperlinks) auf andere Webseiten enthalten und somit einen Hypertext darstellen. Jede Webseite hat eine Adresse (URL-Adresse), über die sie aufgerufen werden kann.
Die Gesamtheit der Webseiten einer Organisation wird als Webpräsenz oder auch Internetpräsenz bezeichnet. Bei einzelnen Projekten einer Organisation oder Privatperson spricht man dabei eher von einer Website. Meistens entspricht sie der Gesamtheit der Seiten, die unter einer Domain erreichbar sind.
Webseiten können statische (feste) Inhalte haben oder auch dynamische (d. h. die Inhalte werden bei jedem Aufruf neu generiert). Es kann auch eine Variante der Webseite erstellt und aufrufbar gemacht werden, z. B. eine Seite ohne Frames oder eine Druckversion.
Webseiten bestehen zumeist aus strukturiertem Text, in den auch Bilder und andere Multimediaelemente eingebunden sein können. Webseiten werden meist aus dem Internet oder einem Intranet geladen, können aber auch auf einem lokalen Speichermedium, zum Beispiel einer Festplatte, abgelegt sein.
Die [http://www.w3.org/History/19921103-hypertext/hypertext/WWW/Link.html erste Webseite] wurde am 13. November 1990 von Tim Berners-Lee auf einem NeXT Rechner verfasst und veröffentlicht – einen Tag, nachdem dieser gemeinsam mit Robert Cailliau ein neugefasstes Konzept für ein weltweites Hypertext-Projekt veröffentlicht hatte.
Um Webseiten zu erstellen, kommt hauptsächlich die Beschreibungssprache HTML zur Anwendung, was jedoch langsam von XHTML abgelöst wird. Zusätzliche Technologien wie CSS und JavaScript werden in vielen aktuellen Webdokumenten verwendet, um die Darstellung im Webbrowser weiter zu beeinflussen.
Dynamische Webseiten
Im Gegensatz zu statischen Webseiten, die technisch eine einfache Datei auf dem Webserver darstellen, werden Seiten auch häufig dynamisch im Moment der Anforderung erzeugt. Das ist dann sinnvoll, wenn eine Webseite sehr aktuelle Informationen wie z. B. Börsenkurse oder das Wetter von morgen enthalten sollten. In diesem Fall führt der Webserver ein Programm aus, das vorher spezifisch für diese Aufgabe entwickelt wurde. Es trägt die Daten z. B. aus Datenbanken zusammen und erstellt das HTML-Dokument. Dieses wird dann vom Webserver an den Browser übertragen und beim Benutzer angezeigt.
Ein anderer Anwendungsfall ergibt sich aus dem Bedürfnis, auf Eingaben des Benutzers zu reagieren. Diese Eingabe kann z. B. ein Suchbegriff in einer Suchmaschine sein. Die Software der Suchmaschine erstellt anhand des Suchbegriffs eine Liste von passenden Links und erzeugt eine Webseite, die dem Benutzer diese Liste komfortabel darstellt.
Die Möglichkeit, Webseiten dynamisch in Abhängigkeit von Benutzereingaben und Datenbankinhalten zu generieren, machte das Web schnell zu einer universellen Plattform für alle Arten von Anwendungen. Die Vorteile liegen in Unabhängigkeit von Betriebssystemen und anderen Eigenschaften der Clients. Grundvoraussetzungen sind lediglich eine Netzwerkverbindung zum Server und ein Webbrowser.
Zum Generieren von dynamischen Webseiten kommt jedes Programm in Frage, das sich auf dem Serversystem ausführen lässt. Um die Programmierung zu vereinfachen, wurden jedoch Standards wie das Common Gateway Interface eingeführt, um Webanwendungen auch unabhängig von der Art des Webservers zu machen. Aufgrund des rasant steigenden Bedarfes nach sehr leistungsfähigen Servern zum Betrieb von Web-Anwendungen entwickelten sich Technologien wie PHP, J2EE und .NET.
Siehe auch
- World Wide Web Consortium (W3C)
- Webdesign
- Webdesigner
- Webframework (Liste)
- Webtemplate
Weblinks
- [http://de.selfhtml.org/ de.selfhtml.org - die HTML-Referenz]
- [http://www.drweb.de/ drweb.de - Tipps zum Erstellen von Webseiten]
- [http://www.meine-erste-homepage.com/ meine-erste-homepage.com - Einsteigerportal mit Linksammlung zur Webseiten-Erstellung]
Kategorie:World Wide Web
ja:ウェブページ
simple:Webpage
th:เว็บเพจ
zh-min-nan:Bāng-ia̍h
DatenbankEine Datenbank ist die elektronische Form eines Karteikastens bzw. eines Systems zusammengehöriger Karteikästen. Es handelt sich um eine Sammlung von Daten, die aus der Sicht des Benutzers zusammengehören, z. B. eine Personaldatenbank oder eine Lagerinventardatenbank.
Die Datenbank wird üblicherweise von einem Datenbankverwaltungssystem (engl. database management system, DBMS) verwaltet. Ein DBMS zusammen mit einer oder mehreren Datenbanken nennt man Datenbanksystem (DBS). Es gibt hierarchische, relationale (RDBMS), multidimensionale und objektorientierte Datenbanken.
In der Praxis wird der Begriff "Datenbank" mehrdeutig verwendet. Er kann sowohl die gesamte Anwendung (DBMS, zugehörige Programme und Dateninhalte) im Sinne einer "Daten-Bank" bezeichnen (engl. databank), als auch den reinen Datenspeicher als technische Daten-Basis (engl. database). Ferner verwenden die einzelnen DBMS-Hersteller geringfügig voneinander abweichende Begrifflichkeiten dafür, was man genau unter einer Datenbank versteht: entweder alle Daten, die von einer DBMS-Installation bzw. -Instanz verwaltet werden, oder nur die jeweils inhaltlich zusammengehörigen Daten.
Das grundlegende Element einer Datenbank ist der Datensatz. Jeder Datensatz besteht wiederum aus einer festen Anzahl von Datenelementen, den Attributen. Vergleicht man eine Datenbank mit einem Karteikasten-System, so entspricht ein Datensatz einer Karteikarte. Die Attribute sind dann Einträge innerhalb der Karte.
Datensätze werden in den meisten Datenbanken in einer Tabelle gespeichert. Mehrere Tabellen können wiederum in einer inhaltlichen Beziehung zueinander stehen. So kann eine Tabelle, die Kundendaten speichert, in Zusammenhang mit einer Tabelle von gekauften Produkten stehen. Eine Firma kann so ermitteln, welcher Kunde welche Produkte gekauft hat.
Verwendung von Datenbanken
Datenbanken sind heute ein zentraler Bestandteil fast jedes Softwaresystems. Sie verwalten Lagerbestände eines Unternehmens, Patienteninformationen in Krankenhäusern, Telefondaten in der Auskunft, Finanztransaktionen in der Bank. Damit stellen sie einen kritischen Teil jedes Unternehmens und jeder Behörde dar. Von der Verfügbarkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten hängt die Aktionsfähigkeit eines Unternehmens ab. Die vollständige Automatisierung von Lagerbeständen macht eine manuelle Verwaltung heute unmöglich. Der Verlust einer Lagerdatenbank kann somit das Unternehmen in sehr kurzer Zeit finanziell ruinieren, da georderte Produkte nicht ausgeliefert werden können oder gar die Aufträge selbst verloren sind. Die Datensicherheit ist daher ein wichtiger und gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil der IT eines Unternehmens oder einer Behörde.
Datenbankmanagementsysteme übernehmen somit eine wichtige Funktion eines Softwaresystems. Sie garantieren den schnellen und dauerhaften Zugriff auf die Daten sowie den Schutz gegen unerlaubten Zugriff und Systemfehler. Aus diesem Grunde sind Datenbankmanagementsysteme selbst hochkomplexe Softwaresysteme.
Beispiel von Datenbanktabellen
Die folgenden beiden Tabellen könnten so bei einem Händler verwendet werden:
Beide Tabellen stehen in einer Beziehung zu einander. Jeder Titel gehört zu einer in CD gespeicherten CD. Die Zuordnung geschieht dabei über das Attribut CD_ID.
Geschichte
Die erste Generation von Datenbanken bestand aus Lochkarten. Ein Nachteil war, dass die Lochkarten hintereinander (sequentiell) gelesen werden mussten, was zur Folge hatte, dass alle Informationen, die vor der gesuchten standen, ausgelesen und verarbeitet werden mussten. Eine ähnliche Verarbeitungsform hatten Magnetbänder, auf denen nur sequentielle Daten gespeichert werden konnten.
Die zweite Generation der Datenbanken wurde ca. 1960 entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt begann man, die Daten auf Festplatten zu halten. Deren Eigenschaft des wahlfreien Zugriffs führte zu einem erheblichen Performance-Vorteil. Weiterhin erlaubte der Mehrbenutzerbetrieb vielen Benutzern den gleichzeitigen Zugriff auf die Datenbank.
Zwischen 1965 und 1975 wurde die dritte Generation der Datenbanken entwickelt. In dieser Zeit entstanden das Hierarchische Datenbankmodell und die Netzwerkdatenbank.
Im Gegensatz zu hierarchischen Datenbanken können in Netzwerkdatenbanken die Datensätze auf mehreren Wegen verknüpft sein und nicht nur entlang einfacher Eltern-Kind-Beziehungen. Eine heute noch häufig eingesetzte Netzwerkdatenbank ist IDMS der Firma Computer Associates.
Einen wesentlichen Fortschritt erzielte in den 1960er und 1970er Jahren Edgar F. Codd mit seiner Forschungsarbeit am IBM Almaden Research Center in San Jose. Codd entwickelte die Grundlagen der ersten experimentellen relationalen Datenbank System R. Die Firma Oracle entwickelte das erste kommerzielle Datenbankmanagementsystem.
Relationale Datenbanken sind heute am weitesten verbreitet. In ihnen werden Daten (Texte, Zahlen und Binärdaten) in Tabellen abgespeichert. Die Bezeichnung relational entstammt dem zugrunde liegenden mathematischen Modell, auf dem diese Datenbanken beruhen, der relationalen Algebra.
Eine neuere Entwicklung sind objektorientierte Datenbanken (OODBMS). Bei relationalen Datenbanken geht es zuerst um die Struktur, in der die jeweiligen Daten gespeichert werden sollen. Objektorientierte Datenbanken dagegen folgen der objektorientierten Programmiermethode, d. h. es kommen erst die Daten, an denen sich die Datenbankstruktur dann orientiert. Eine hervorgehobene Eigenschaft von OODBMS ist die Möglichkeit, die Objekte der OO-Programmierungswelt mit wenig Programmieraufwand persistent zu machen, also zwischen Programmläufen abzuspeichern. Ein Beispiel für ein objektorientiertes Datenbankverwaltungssystem ist Caché von Intersystems.
Datenbankmodelle
Es gibt verschiedene Typen von Datenbanken. Im einfachsten Falle kann eine einfache Liste von Datensätzen eine Datenbank sein. Solche Daten werden als zeichenseparierte Datendatei (engl.: comma-separated value file oder kurz CSV file) bezeichnet. Dabei wird jeder Datensatz in einer Zeile gespeichert. Jede Zeile enthält die Attribute, die meist durch Kommata, oft aber auch (dem Namen widersprechend) Tabulatoren getrennt werden.
Diese Vorgehensweise hat jedoch eine Reihe von schwerwiegenden Nachteilen. So ist zum Beispiel nicht vorhersehbar, was beim gleichzeitigen Zugriff mehrerer Benutzer auf diese Datei geschieht. Ausserdem gestaltet sich die Suche in den Daten als sehr aufwändig und muss immer wieder aufs neue erfunden werden. Wird die Datei sehr gross, so wirkt sich vor allem die mangelnde Fähigkeit zur Erstellung eines Indexes negativ auf die Ausführungsgeschwindigkeit aus. Die Datei wird stets mit einer linearen Suche komplett gelesen.
Zu diesem Zwecke wurden Datenbank-Management-Systeme (DBMS) entwickelt, deren Aufgabe die Lösung aller Probleme der Datenverwaltung ist. Hierzu wurden verschiedene Konzepte entwickelt. Die wichtigsten sind:
- Relationalen Datenbankmodell (RDBMS)
- Objektorientiertes Datenbankmodell
- XML-Datenbankmodell
Weiterhin gibt es einige weniger gebräuchliche Sonderfälle:
- Deduktive Datenbanken
- Multidimensionale Datenbanken
- Indexsequentielle Datenbanken (ISAM)
- Hierarchisches Datenbankmodell
- Netzwerkdatenbankmodell
- Verteiltes Datenbankmanagementsystem
- Postrelationales Datenbankmodell (Caché)
- Dokumentorientiertes Datenbankmodell (Lotus Notes)
Siehe auch
- Datenbanksysteme, alphabetische Liste
- Datenbankanwendung
- Informationssystem
- Datenbankmodell/Datenmodell bzw. ER-Modell
- Normalisierung (Datenbank)
- Tuning (Datenbank)
Literatur
- Ramez Elmasri, Shamkant B. Navathe: Grundlagen von Datenbanksystemen, Pearson Studium, ISBN 3-8273-7021-3
- Tobias Eggendorfer: Datenbanksysteme für Wirtschaftsinformatiker - Eine Einführung, Books on Demand, ISBN 3-8334-2493-1
- Helmut Eirund, Ullrich Kohl: Datenbanken, leicht gemacht. Ein Arbeitsbuch für Nicht-Informatiker, Teubner Verlag, ISBN 3-519-02644-9
- Alfons Kemper, André Eickler: Datenbanksysteme, Oldenbourg Verlag, ISBN 3-486-25706-4
- Gottfried Vossen: Datenmodelle, Datenbanksprachen und Datenbankmanagementsysteme, Oldenbourg Verlag, ISBN 3-486-25339-5
- Andreas Heuer, Gunter Saake: Datenbanken: Konzepte und Sprachen, MITP Verlag, ISBN 3-8266-0619-1
- Andreas Heuer, Gunter Saake, Kai-Uwe Sattler: Datenbanken: Implementierungstechniken, MITP Verlag, ISBN 3-8266-1438-0
- Carl A. Zehnder: Informationssysteme und Datenbanken, VDF Hochschulverlag, ISBN 3-7281-3002-8
- Markus Schneider: Implementierungskonzepte für Datenbanksysteme, Springer, ISBN 3-540-41962-4
- Josef L. Staud: Datenmodellierung und Datenbankentwurf - Ein Vergleich aktueller Methoden, Springer, ISBN 3-540-20577-2
- Matthias Schubert: Datenbanken - Theorie, Entwurf und Programmierung relationaler Datenbanken, Teubner, ISBN 3-519-00505-0
- DBLP: Bibliographisches Verzeichnis mit dem Schwerpunkt Datenbanksysteme und Logik Programmierung.
- Rolland, F. D.: Datenbanksysteme im Klartext, Pearson Studium, ISBN 3-8273-7066-3
Weblinks
- [http://www.kreissl.info/diggs/db_inhalt.php Einführung in Datenbankmanagementsysteme - Online Tutorial]
- [http://itse-guide.de/artikel/1 Grundlagen Datenbanken]
- [http://www.madeasy.de/2/datbank.htm Datenbanken - Das Wichtigste]
- [http://www.meddb.info/ Medizinische und Molekularbiologische Datenbanken]
- [http://dbwiki.de/ Datenbank-Entwickler Wiki]
- [http://opendb.de/ Portal zu Open Source Datenbanken]
ja:データベース
ko:데이터베이스
th:ฐานข้อมูล
Erschließung (Dokumentation)
Unter Dokumentation versteht man die Nutzbarmachung von Informationen zur weiteren Verwendung. Ziel der Dokumentation ist es, die dokumentierten Objekte gezielt auffindbar zu machen. Bei den Objekten handelt es sich in der Regel um Dokumente mit einem Informationsgehalt, der mit Hilfe der Dokumentation systematisch verwertet werden soll. Dokumente können in diesem Sinne Fachbücher, Zeitschriftenartikel oder sonstige Druckschriften sein, aber auch Bilder, Filme und ähnliches.
Die Erschließung von Informationen ist eine der wesentlichen Aufgaben von Bibliotheken und anderen Dokumentationseinrichtungen.
Die Beschreibung und Verzeichnung bibliographischer und archivalischer Ressourcen geschieht u.a. durch Katalogisierung, d.h. die Aufnahme von Dokumentationseinheiten in einen Katalog. Dies geschieht in der Regel unter Berücksichtigung von Regelwerken (z.B. RAK oder AACR) und mit Hilfe von Dokumentationssprachen und anderen kontrollierten Vokabularien. Daneben kommen immer häufiger automatische Verfahren des Information-Retrieval zum Einsatz.
Die durch Dokumentation ermittelten Angaben über ein Objekt bezeichnet man als Metadaten.
Sach- und Formalerschließung
In der Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaft wird häufig zwischen Formalerschließung und Sacherschließung unterschieden.
Während sich die Formalerschließung auf die (objektiven) formalen Kriterien eines Objektes beschränkt, geht die Sacherschließung auf dessen Inhalt ein.
Zur Zeit der Zettelkataloge wurde zwischen Alphabetischer Katalogisierung und Systematischer Katalogisierung unterschieden. Diese Unterscheidung ist mit Einführung von Datenbanken nicht mehr notwendig.
Qualitätsmerkmale
Einige Qualitätsmerkmale von Dokumentation sind:
Vollständigkeit, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit, Strukturiertheit, Korrektheit, Editierbarkeit, Nachvollziehbarkeit (z.B. Änderungshistorie)
Probleme
Ein grundsätzliches Problem der Dokumentation ist, dass sie sehr kostspielig werden kann und sich erst nach einer Vorlaufzeit wirtschaftlich auszahlt. Aus diesem Grund werden Dokumentationsabteilungen in Unternehmen gerne eingespart.
Siehe auch
- Dokumentationswissenschaft
- Bibliothekskatalog, Dokumentar, Schlagwortkatalog,
- Technische Dokumentation,
- Dokumentenmanagement, Dokumentenanalyse
- Paul Otlet
- Museumsdokumentation
Literatur
- Klaus Haller: Katalogkunde, München, 1998 ISBN 3-598-11364-1
- Elaine Svenonius: The Intellectual Foundation of Information Organization, Cambridge, Mass., 2000 ISBN 0-262-19433-3
- Samulowitz und Ockenfeld: Bibliothek und Dokumentation - eine unendliche Geschichte. In: Information - Wissenschaft & Praxis 54 (2003) S. 453-462 [http://eprints.rclis.org/archive/00001914/]
Weblinks
- Bernhard Eversberg: [http://www.allegro-c.de/regeln/skeptik.htm Katalogisieren? Besonders schwer kann das doch nicht sein!] (Begründung)
- Ders.: [http://www.allegro-c.de/regeln/rak-einf.htm Wie katalogisiert man ein Buch?] (Einführung)
!Dokumentation
PublikationsformenUnter Veröffentlichung oder Publikation (von lat. publicus: öffentlich) versteht man entweder den Vorgang der
öffentlichen Verfügbarmachung eines Mediums (Publizierung) oder das konkrete Medium selbst. Beispiele für
Publikationen sind Bücher, Zeitschriften, Tonträger oder auch Webseiten.
Definition
Publikationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie für die Öffentlichkeit (auch teilweise für geschlossene Gruppen) publiziert werden. Die meisten Kommunikationsmittel wie beispielsweise das Telefon werden nicht als Publikation bezeichnet, da sie nur zur direkten Kommunikation eingesetzt und nicht festgehalten werden. Kunstwerke als Unikate oder in geringer Auflage werden normalerweise auch nicht als Publikation aufgefasst. Das Wesentliche einer Publikation ist in der Regel ihr Inhalt und nicht das einzelne Exemplar beziehungsweise die konkrete Kopie. Publikationen werden auf verschiedenen Trägermedien festgehalten.
Publikationen werden in der Regel von Verlagen geleistet, seltener von Einzelpersonen (eine Form die dann "Selbstverlag" genannt wird). Verlag, und Herausgeber ersieht man aus dem Impressum.
Die Sammlung und Erschließung von Publikationen ist Aufgabe von Bibliotheken und Archiven. Wo diese dies nicht leisten können gibt es oft private Sammler.
Publikationsformen
Die Anzahl der verschiedenen Publikationsformen, das heißt, die verschiedenen Arten von Publikationen (Veröffentlichungen) printmedialer Produkte und anderer Medien, ist in den letzten 500 Jahren sprunghaft angestiegen. Die Medien lassen sich hinsichtlich verschiedenster Kriterien auf unterschiedliche Art und Weise unterteilen.
Inhaltliche Formen
Siehe dazu Genres, Journalistische Darstellungsformen, wissenschaftliche Publikation
Vertriebsformen
Siehe dazu Buchhandel, Verlage...
Trägermaterialien
Zur Verbreitung einer Publikation, muss sich diese auf einem Informationsträger befinden oder über einen Übertragungskanal (Medium) verbreitet werden.
Als Träger von Information eignet sich prinzipiell jedes
transportable Material, unter anderem Tontafeln, Papyrus, Pergament und Papier für Handschriften und Printmedien
und verschiedene Datenträger für digitale Informationen.
Eine übliche Form von Handschriften waren Schriftrollen, die
mit Erfindung des Buchdrucks durch Printmedien abgelöst
wurden.
Zur nicht-physischen Übertragung von Signalen (Rundfunk) werden
in der Regel Elektromagnetische Wellen eingesetzt - eine einfachere aber auch begrenztere Möglichkeit stellen akustische, (Sprache) und Optische Signale (beispielsweise Rauchsignale) dar.
Die Archivierung und Vermittlung von publizierten Informationen
übernehmen seit der Antike Bibliotheken.
Printmedien
Printmedien sind papiergebundene Druckmedien (im Unterschied zu Handschriften. Publikationen auf anderen Trägermedien, beispielsweise elektronischen Datenträgern), bei denen die Informationen auf unterschiedlichste Art und Weise (mechanisch, elektromagnetisch, fotochemisch) auf einem Trägermedium festgehalten werden, werden als Nonprint-Medien davon abgegrenzt.
- Buch, Zeitung, Zeitschrift
- Karten (Landkarten, Stadtpläne, Messtischblätter)
- Flugblatt, Plakat (nicht immer als Publikation)
- Verbesserte Möglichkeiten zur Reproduktion von Bildern
Eine besondere Form von Printmedien sind Blindendrucke
(Publikationen in Blindenschrift).
Audiovisuelle Medien
Unter Audiovisuelle Medien fasst man Bild- und Tonmedien
auf analogen und zunehmend digitalen Speichermedien zusammen.
Tonträger
- Musiktonträger (Compact Disc, Vinyl-Schallplatte, Musikkasette, MiniDisk...) (siehe auch Musik)
- Hörbücher,
- Digitale Audiobänder (DAT und DCC) konnten sich nicht durchsetzen und fanden fast nur im professionellen Bereich Verwendung.
Filmmedien
- Kinofilm
- 16mm-Film (in Bildstellen, zu Lehrzwecken)
- VHS, DVD
andere Formen (S-VHS, Laserdisc, VCD, SVCD) spielen als Medium für den kommerziellen Vertrieb von Filmen praktisch nur in Asien eine Rolle und werden nach und nach von der DVD verdrängt.
- CD-I
Elektronische Publikationen
Elektronische Publikationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in digitaler Form vorliegen und zur ihrer Benutzung ein Computer benötigt wird. Man unterscheidet
- Offline-Publikationen auf unterschiedlichen Speichermedien (Diskette, CD-ROM, DVD)
- Online-Publikationen, die über das Internet oder über ein Intranet verbreitet werden (beispielsweise Webseiten).
Elektronische Publikationen sind vor allem für Nachschlagewerke, Lernprogramme, elektronische Zeitschriften sowie Computerspiele und Software geeignet. Die von einigen prophezeite Ablösung der Printmedien durch e-Books ist bislang nicht eingetreten.
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